Eiderente

Eiderente (Somateria molissima)

Familie: Entenvögel (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00086

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Eiderentenerpel

Eine eigene Gattungsgruppe bilden die Eiderenten. Neben Eiderente, Prachteiderente und Plüschkopfente gehört auch die Scheckente als kleinste Art zu dieser Gruppe.

Eiderenten (Somateria molissima) sind große, bis 60 cm lange Tauchenten mit langem, bis 3 kg schwerem Körper und keilförmigen, etwa kopflangem Schnabel. Der Schnabel setzt hoch an der flachen Stirn an. Durch dieses Merkmal ist die Eiderente selbst im Gegenlicht nicht mit anderen Enten zu verwechseln.

Die weibliche Eiderente hat das typische tarnfarbige Entengefieder. Sie ist dunkelbraun mit dichter schwarzer Querstreifung. Die schwarzweißen Männchen sind unverkennbar. Im Flug erscheinen Eiderenten massig und auffällig kurz- und dickhalsig. Ihren Kopf halten sie im Flug niedrig, ihre Flügelschläge sind kräftiger als bei anderen Entenarten.

Eiderenten sind Meeresenten. Sie halten sich am liebsten zwischen vorgelagerten Inseln auf. Bei stürmischer See ziehen sie sich gern in geschützte Meeresbuchten und Hafenbecken zurück. An den nordeuropäischen Küsten sind Eiderenten sehr häufige Brutvögel, die aber auch davon abhängig sind, dass ihre Hauptnahrung, die Miesmuschel nicht ausgerottet wird. Neben Miesmuscheln ernähren sich Eiderenten von Schnecken und Tintenfischen, anderen Muschelarten, von Seesternen und Seeigeln, von Krebsen und kleinen Fischen, die sie tauchend erbeuten.

Allein 500.000 Eiderenten-Paare leben auf Island. Dort und auch an manchen Stellen in Norwegen hat man einige Brutkolonien der Eiderente eingezäunt und hält die brütenden Eiderenten fast wie Nutztiere. Da diese Enten nämlich ihr Nest mit besonders feinen Daunen umgeben, nimmt man ihnen ihr erstes Gelege, das aus 4-6 Eiern besteht weg und sammelt die Nestdunen ein. Beim zweiten Gelege verfährt man ebenso. Das dritte lässt man den Vögeln und dennoch kehren sie jedes Jahr an diese von Raubwild geschützten Plätze freiwillig zurück.

Jedes Nest liefert 17 bis 18 Gramm der wertvollen Dunen, die für Kissen- und Schlafsackfüllungen verwendet werden.

Die Eiderenten-Balz beginnt auf der hohen See. Die Männchen fangen oft schon ab Oktober zu gurren an und balzen den ganzen Winter über. Die Weibchen nehmen erst im Spätwinter an der Balz teil. Frühestens Anfang April sucht das Weibchen an unseren Küsten einen Nistplatz aus. Den Brutplatz, der immer nahe der Küste liegt, fliegen die Enten vom Meer aus an oder erreichen ihn zu Fuß. Der Neststandort ist oft leicht zu finden und liegt häufig in offener Lage. Manche Nester werden in der Krautschicht angelegt, andere sogar in Tanghaufen. Gerne brüten Eiderenten in Kolonien, doch nur wenn die Inseln, auf denen sie brüten, frei von Füchsen sind. Viele Eiderentengelege werden von Möwen oder Krähen zerstört, besonders wenn die brütenden Enten durch den Menschen beeinträchtigt werden und häufig auffliegen müssen. Auf dem Weg zum Meer können Großmöwen die jungen Eiderenten mühelos schlagen. Auf dem Wasser verfolgen die Großmöwen die Küken so lange, bis sie entkräftet sind und nicht mehr tauchen können. Dann werden die Küken auch auf dem Wasser mühelos geschlagen.

Eiderente Nahaufnahme



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