Trauerente

Trauerente (Melanitta nigra)

Familie: Enten (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00080

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Trauerenten sind große Tauchenten mit breitem und an der Spitze etwas plattgedrücktem Schnabel. Sie werden etwa 50 cm lang und ein Kilogramm schwer. Das Männchen ist im Prachtkleid glänzend schwarz, im Schlichtkleid dunkelbraun mit abgesetzten grauweißen Kopf- und Halsseiten. Im Flug fällt auf, dass Trauerenten keinerlei Flügelzeichnung haben, man sieht aber die braunen Handschwingen deutlich. Trauerenten ähneln den größeren Samtenten, diese haben jedoch weiße Armschwingen. Die Erpel haben einen kennzeichnenden Schnabelfleck und einen Schnabelhöcker. Beim Schwimmen halten Trauerenten den Schnabel oft leicht aufwärts gerichtet und den Schwanz gelegentlich steil hochgestellt.

Trauerente sitzt

Trauerenten brüten im hohen Norden. In Nordrussland und Westsibirien gibt es etwa 2,3 Millionen Trauerenten. Auch in Island brüten zahlreiche Trauerenten; in Finnland dagegen gibt es nur wenige Brutpaare, Die Vögel sind Zugvögel, die in großer Zahl in der westlichen Ostsee und der Nordsee überwintern. Dabei halten sich Trauerenten stets weit von der Brandungszone auf dem offenen Meer auf, so dass man die Vogelscharen vom land aus mit bloßem Auge nicht erkennen kann. Außerhalb der Brutzeit betreten Trauerenten so gut wie nie das Land. Am Strand rastende Trauerenten sind fast immer krank oder ölverschmiert. Als Meeresvögel geraten Trauerenten häufig in treibende Ölfelder und verenden dann. So findet man immer wieder tote, mit Öl verschmierte Trauerenten am strand.

Diese Meeresenten leben in erster Linie von Miesmuscheln, daneben bilden Schnecken die Hauptnahrung. In geringen Anteilen essen Trauerenten auch Ringelwürmer, Garnelen, Krabben und Seeigel. Im Brutgebiet werden auch noch Insekten erbeutet und fleischige Pflanzenteile aufgenommen. Trauerenten gelangen ausschließlich tauchend an ihre Nahrung. Dabei liegt die normale Tauchtiefe zwischen zehn und zwanzig Metern.

Die Vögel brüten an langsam fließenden Bächen und Flüssen und an Seen. Sie benötigen längere Uferabschnitte als Brutgebiet und nicht zu kleine Inseln mit Bewuchs von Stauden oder Sträuchern. Unter Adlerfarn und Brombeeren brüten sie dann besonders gern.



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