Brandente

Brandente (Tadorna tadorna)

Familie: Entenvögel (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00079

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Weibchen der Brandente

Die Brandente ist ein große Ente mit etwas gänseartiger Gestalt, die deshalb auch Brandgans genannt wird. Zudem sind Männchen und Weibchen gleich gefärbt, ein Kennzeichen der Gänse. Wie Nil- und Rostgans wird die Brandente zu den Halbgänsen gezählt. Brandenten werden 60 cm groß und wiegen um die 1300 Gramm. Im Brutkleid kann man Brandenten durch die kontrastreiche Färbung leicht erkennen. Aus größerer Entfernung wirkt die Brandente schwarz und weiß. Ein gutes Kennzeichen sind auch die rosaroten Füße und der rosa Schnabel. Im Ruhekleid ist die Brandente immer noch gut zu erkennen, auch wenn sie jetzt weniger bunt ist und ihre Zeichnung verwaschener erscheint.

Brandente Erpel
Erpel der Brandente mit Nasenhöcker

Von Nahem erkennt man, dass Brandenten nicht nur schwarz-weiß gefärbt sind, sondern auch grüne und braune Federn haben. Während sich Männchen und Weibchen in der Färbung nicht unterscheiden, hat das Männchen im Unterschied zum Weibchen im Sommer einen roten Höcker an der Wurzel seines Schnabels. Außerdem ist die Stimme des Männchens pfeifend, die des Weibchens quakend. Insgesamt sind die Vögel aber recht schweigsam.

Brandente im Flug

Brandenten kommen an sandigen Meeresküsten und an Flachwassergebieten im Wattenmeer vor, außerdem noch an den Mündungen von Flüssen. Im Binnenland sind sie sehr selten, doch es gibt Brutpaare am Niederrhein und auch an einigen Binnenseen und Rieselfeldern. Die Zahl der Brandenten, die im Binnenland brüten, wächst seit längerem.

Brandenten brüten in Höhlen. Das erklärt auch, dass sich das Brandentenweibchen eine so auffallende Färbung leisten kann, denn es ist in seiner Bruthöhle nicht auf Tarnfarben angewiesen. Mit Vorliebe legen Brandenten ihre 8-13 Eier in Kaninchenbauten ab. Sie bewohnen die Bauten mitunter sogar gemeinsam mit Kaninchen. Es kommt vor, dass die Kaninchen durch ihre Scharrlust Brandentengelege mit Sand zuschütten.

Brandenten fangen erst an zu brüten, wenn das letzte Ei abgelegt ist. Dann ist es meistens Ende Mai. Nach dreißig Tagen schlüpfen die Jungen, die sofort klettern und springen können und überaus beweglich sind. Sie bleiben nur so lange in der Höhle, bis alle Geschwister trocken sind. Meist frühmorgens führen die Eltern sie dann auf´s Wasser. Dieser erste Weg ist für die Küken gefährlich, denn Silber- und Mantelmöwen warten auf ihre Chance, sie zu packen und zu verschlingen.

Brandentenküken sind gleich sehr selbstständig und können im Alter von einer Woche notfalls schon ohne Eltern überleben. Mit ihrer schwarz-weißen Zeichnung gehören sie zu den niedlichsten Vogelkindern.

Diese Enten leben hauptsächlich von Muscheln, Schnecken und Würmern, die sie ausgraben. Seltener fressen Brandenten auch Wasserpflanzen und Insekten. Im Sommer versammeln sich Tausende von Brandenten am Großen Knechtsand in der Deutschen Bucht, um dort gemeinsam zu mausern.



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