Löffelente

Löffelente (Anas clypeata)

Gattung: Schwimmenten (Anas)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00078

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Auf den ersten Blick sieht man bereits, woher diese Entenart ihren Namen hat: von ihrem kennzeichnenden löffelartigen Schnabel. Besonders im Flugbild fällt dieser stark auf und gibt der Ente ein sehr kopflastiges Aussehen. Auffällig ist im Flug auch ein großes blaugraues Feld auf dem Vorderflügel, der sogenannte Spiegel. Als einzige Gründelentenart hat der Löffelentenerpel eine gelbe Iris, das Weibchen hat eine braune. Mit 51 cm Länge sind Löffelenten etwas kleiner als Stockenten. Bis zu 1100 Gramm können Löffelenten wiegen. Dieses Höchstgewicht erreichen sie im Sommer nach der Brutzeit. Im Mittel wiegen sie aber nur etwa 650 Gramm.

Löffelenten sind Brutvögel an sehr flachen und vegetationsreichen Gewässern, die einen schlammigen Grund und schlammige Ufer haben. Sowohl Salz- als auch Süßwasserseen bewohnen sie. Möglichst dicht sollte der Pflanzenbewuchs am Ufer sein, damit sich die Löffelenten während der Mauser dorthin zurückziehen können.

Auch an trüben und träg fließenden Flüssen im Tiefland brütet die Löffelente. Löffelenten liegen recht tief im Wasser und schwimmen mit weit zurückgelegtem Kopf und meist mit eingezogenem Hals. Sie können wie Krickenten senkrecht vom Wasser hochfliegen und machen wie diese plötzliche Wendungen und Sturzflüge in der Luft.

Sie wirken aber schwerfälliger als Krickenten und fliegen langsamer als Stockenten, obwohl immerhin bis zu 85 km/h als Fluggeschwindigkeit gemessen wurde. Löffelentenmännchen fliegen mit einem rasselnden Fluggeräusch auf. Löffelenten sind weniger scheu als die meisten Entenarten und bei weitem nicht so häufig wie die Stockenten.

Löffelente im Gras

Ihre Nahrung nehmen diese Enten mit dem sieben Zentimeter langen Schnabel aus den obersten Wasserschichten oder dem dünnflüssigen Schlick auf. Sie durchseien das Wasser mit vorgestrecktem hals und schwenken den Kopf unter ständigem Schnattern seitwärts. Oft schwimmen auch zwei oder mehr Löffelenten dicht hintereinander im Kreis herum, sich gegenseitig die Nahrung aufwirbelnd. Löffelenten fressen zwar vorzugsweise Plankton, daneben erbeuten sie aber auch Wasserflöhe, Insekten und deren Larven, gelegentlich Würmer, Kaulquappen und Laich. An Land werden verschieden Sämereien und in geringem Umfang auch grüne Pflanzenteile wie Sprossen und Knospen aufgenommen. Zusammen mit Watvögeln sieht man Löffelenten im herbst und Winter auf der Nahrungssuche im Watt.

Dieser insgesamt eher seltene Brutvogel kommt in einigen Gebieten wie in Mecklenburg oder auf den niederländischen Inseln häufiger vor.



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