Stockente Männchen

Stockente (Anas platyrhynchos)

Gattung: Schwimmenten (Anas)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00075

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Die Stockente ist die größte bei uns heimische Schwimmente und wiegt im Durchschnitt etwa 1100 Gramm. Das Männchen ist im Prachtkleid unverkennbar. Es hat dann einen flaschengrünen Kopf, einen schmalen weißen Halsring und einen dunkelbraunen Kropf. Die Unterseite des Erpels ist hell weißgrau, im Schwanz hat er vier henkelförmig gekrümmte Federn, die Erpellocke. Die Füße sind leuchtend orangerot, der Schnabel ist gelb.

Am gelben Schnabel kann man die Erpel auch im Schlichtkleid erkennen, wenn sie sich sonst kaum noch vom Weibchen unterscheiden. Weibchen haben einen bräunlichen Schnabel und sind unscheinbar braun gefärbt.

So fallen die Weibchen während der Brutzeit, wenn sie auf den Eiern sitzen, nicht auf und ihre Feinde wie Fuchs, Wiesel, Krähen und Mensch werden auf die bewegungslos sitzende, tarnfarbige Ente nicht aufmerksam.

Stockenten

Von allen Entenarten ist die Stockente mit Abstand die häufigste. Jeder kennt die Stockente, weil sie auf fast jedem Gewässer angetroffen werden kann und die Seen und Bäche unserer Parks in großer Zahl bevölkert. Stockenten lassen sich dort füttern und werden sehr zahm. Oft paaren sich Stockenten auch mit von Menschen gehaltenen Hausenten und Flugenten und so entdeckt man in Parks auch viele Enten, die nicht mehr die Merkmale der wilden Stockenten haben wie oben beschrieben und recht unterschiedlich aussehen. In unseren Städten findet man bereits mehr solcher Kreuzungen als reinrassige Enten.

Stockente

Stockenten ernähren sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung. Als Schwimmenten nehmen sie ihre Nahrung entweder von der Wasseroberfläche auf (wie zum Beispiel Wasserlinsen und Algen) oder sie suchen sie durch Gründeln vom Gewässerboden ab. Das Kinderlied „Alle meine Entchen“ beschreibt recht schön, was Gründeln bedeutet: „Köpfchen in das Wasser, Schwänzchen in die Höh“. Tauchenten dagegen erreichen auch Nahrung, die in mehreren Metern Tiefe wächst durch Tauchmanöver.

Auch wenn Stockenten überwiegend pflanzliche Nahrung zu sich nehmen, sind sie dennoch Allesfresser, die gern Schnecken, Würmer, Kaulquappen und selbst kleine Frösche verschlingen. Stockenten gibt es so zahlreich, weil sie sehr anspruchslos sind. Ihnen ist es ziemlich egal wie das Gewässer aussieht. Wenn diese Enten am Ufer keine Möglichkeit zum Brüten finden, suchen sie sich auch fern ab vom Wasser in der weiteren Umgebung geeignete Nistgelegenheiten. Ihre Jungen führen sie aber wieder zum Wasser.

Stockenten im Flug

Die Balz der Stockenten beginnt gewöhnlich schon in der ersten Septemberhälfte, wird im Oktober intensiver, flaut dann ab und setzt im Januar wieder verstärkt ein. Die Partner lernen sich im Herbst erst kennen und “verloben“ sich, das bedeutet, es kommt zur Paarbildung, aber vorerst noch nicht zur geschlechtlichen Vereinigung. Die Kopulation erfolgt dann erst im zeitigen Frühjahr. Ältere Vögel dagegen kopulieren nach fester Verpaarung von September an fast täglich. Männchen und Weibchen suchen gemeinsam einen geeigneten Nistplatz aus. Dazu überfliegen beide Partner das Brutgebiet in geringer Höhe in Kreisen. Solche Suchflüge finden abends besonders an warmen Vorfrühlingstagen statt. Die meisten Nester liegen am Boden oder dicht darüber, allerdings brüten Stockenten auch in Bäumen, auf Balkonen oder selbst auf Flachdächern von Hochhäusern. Durchschnittlich werden 7-11 Eier gelegt, bei freilebenden Enten kommt es nur bei Gelegeverlusten zu einer zweiten Brut. Nach etwa 28 Tagen schlüpfen die Jungen, die mit acht Wochen voll flugfähig werden. Zu dieser Zeit lockert sich auch die Bindung zwischen den Weibchen und ihren Jungen.



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