Schwarzspecht

Schwarzspecht (Dryocopus martius)

Familie: Spechte (Picidae)
Ordnung: Spechtvögel (Piciformes)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00073

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Schwarzspechte sind etwa krähengroß und haben ein schwarzes Gefieder. Das Männchen hat einen roten Scheitel, das Weibchen nur einen roten Fleck am Hinterkopf. Der Schnabel ist elfenbeinfarben, die Augen sind blassgelb; der Flug ist wellenförmig.

Schwarzspechte sind Waldvögel, die sehr unterschiedliche Waldtypen besiedeln. Sie besiedeln Wälder von der Meereshöhe bis zur Waldgrenze, wobei die Holzzusammenstellung nur eine untergeordnete Rolle spielt. Unbedingt vorhanden müssen alte Baumbestände sein. Denn nur in alten Bäumen kann der Schwarzspecht seine Höhlen bauen. Diese haben in Brusthöhe mindestens 45 cm Durchmesser. In diesen alten Bäumen legt der Specht seine Höhle an, die über einen Innendurchmesser von etwas über 10 bis 20 cm verfügt. In den tieferen Lagen ist meistens die Buche der bevorzugte Höhlenbaum, dort wo aber starke Tannen, Kiefern, Lärchen oder Fichten gedeihen wie etwa im Schwarzwald, geht der Schwarzspecht auch da hinein. Selten nutzt dieser Specht Birken, Ahorn und Eschen als Höhlenbaum, Eichen und Hainbuchen scheinen zur Anlage von Höhlen ungeeignet zu sein.

Schwarzspechte haben einen ausgesprochen großen Aktionsradius und brauchen 120 – 500 ha je Brutpaar. Diese Fläche braucht allerdings nicht nur aus Wald am Stück zu bestehen, sondern kann sich aus kleineren Waldparzellen von wenigen Hektar zusammensetzen.

Die Siedlungsdichte des Schwarzspechtes hängt vom Vorhandensein geeigneter Höhlenbäume und mehr noch vom Vorhandensein der Nahrung ab.

Schwarzspecht am Boden

Die Nahrungstiere des Schwarzspechtes sind an Holz oder vermoderndes Holz gebunden. Je mehr Totholz vorhanden ist, je mehr tote Stämme liegen bleiben, desto höher der Schwarzspechtbesatz. Denn diese Spechte leben von Insekten und Insektenlarven, vor allem von Käferlarven und Ameisen, die sie vorwiegend aus morschem Holz holen.

Ihre Höhlen bauen Schwarzspechte im Stammbereich ab 7-8 m. Oft viele Jahre lang hintereinander brüten sie in derselben Höhle. Das Höhlenloch ist oval. Schwarzspechte legen 4-6 weiße Eier auf eine Unterlage von Spänen. Die Brutdauer beträgt nur rund 12 Tage, die Nestlingszeit ungefähr vier Wochen. Die jungen Schwarzspechte ähneln den alten, haben jedoch einen blasseren Schnabel.

Von Schwarzspechten nicht mehr genutzte Höhlen finden viele Nachmieter. Fledermäuse, Hohltauben, Siebenschläfer, Gartenschläfer, Dohlen, Raufußkauz, Bienen u.a. Insekten bewohnen sie.



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