Amsel

Amsel (Turdus merula)

Familie: Drosseln (Turdidae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00071

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Zu unseren bekanntesten Vogelarten gehört die Amsel. Vor etwa hundert Jahren waren Amseln noch scheue Waldvögel, doch im Laufe der letzten Jahrzehnte gewöhnten sie sich immer mehr an den Menschen. Heute findet man die Amsel selbst in den Zentren der Großstädte und in unseren Parks, Gärten und Wäldern gehört die Amsel zu den häufigsten Vogelarten.

Amsel Hahn Regenwurm
Amselhahn Foto: Matthias Zimmermann

Schon im zeitigen Frühjahr lässt die Amsel ihren wunderbaren Gesang erschallen. Wie viele andere Arten aus der Familie der Drosseln ist auch die Amsel ein vollendeter Sänger. Den Vergleich mit der Singdrossel, dem Rotkehlchen oder der Nachtigall braucht die Amsel, die auch Schwarzdrossel genannt wird, nicht zu scheuen.

Der weithin hörbare Reviergesang besteht aus melodischen Strophen, die mit ziemlich tiefen Flötentönen beginnen und mit einem leiseren „Anhängsel“ enden, das recht oft kurze Imitationen von Meisenlauten, Stieglitzrufen und Lauten von Schwarz- und Grünspecht beinhaltet. Amseln lernen ihr Lied nicht nur von Artgenossen, sondern imitieren auch fremde Laute wie die Rufe der Spechte wie Hühnergackern oder auch Verkehrslärm.

Amsel

Die beiden Geschlechter sehen recht unterschiedlich aus. Das Männchen ist tiefschwarz und hat einen leuchtend gelben Schnabel. Das Weibchen dagegen ist fast einfarbig dunkelbraun. Man kann Amseln sehr gut während der Nahrungssuche beobachten.

Besonders in den Morgen- und Abendstunden suchen die Vögel auf dem Boden nach kleinen Insekten und stochern im Rasen nach Regenwürmern. Außerdem verschmähen Amseln auch Obst und Beeren nicht. Besonders in den Wintermonaten werden sogar überwiegend Beeren und Früchte von Bäumen und Sträuchern gefressen.

Amselweibchen

Die Amsel ist eine sehr anpassungsfähige Art; als dunkelste Drossel bewohnte sie ursprünglich zwar die dunkelsten Stellen feuchter, unterholzreicher Wälder, doch heute sind nähere Präferenzen kaum noch zu erkennen, außer dass die Amsel vegetationsfreie oder kurzrasige Böden bevorzugt.

Das napfförmige, mit Lehm verfestigte Nest aus Wurzeln und Halmen kann man recht leicht in Hecken und Sträuchern und selbst auf Fensterbänken und in Blumenkästen entdecken. Häufig webt die Amsel Plastikstreifen mit in ihr Nest ein. Die Amsel kann zwei- , manchmal sogar dreimal hintereinander brüten. Das Gelege besteht aus drei bis sechs Eiern. Die Jungen schlüpfen nach spätestens vierzehn Tagen und bleiben dann 12- 16 Tage im Nest. Sie verlassen das Nest meistens schon, bevor sie voll flugfähig sind.

Weil die Nester leicht zu entdecken sind (in den Vorgärten gibt es einfach nicht genug geeignete Versteckmöglichkeiten für die Nester), fallen viele Eier und Jungvögel Katzen und Elstern zum Opfer. Dennoch überleben immer genug Amseln.



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