Marderhund

Marderhund (Nyctereutes procyonoides)

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Familie: Hundeartige (Canidae)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00068

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Marderhunde erinnern an Waschbären, sind mit diesen aber nicht verwandt. Sie werden etwa 50-60 cm lang; die Schwanzlänge beträgt zusätzlich noch 13- 18 cm. Im Herbst sind Marderhunde am schwersten. Sie können dann vor der Winterruhe bis zu 7,5 kg wiegen. Marderhunde sind die einzigen Wildhunde, die im Nordosten ihres Verbreitungsgebietes eine Winterruhe halten. Ursprünglich waren Marderhunde nur in Ostsibirien, in Japan und Nordchina verbreitet. Im europäischen Teil Russlands wurden sie als Pelztier eingebürgert. Von Russland aus wanderten immer häufiger Marderhunde nach Ost-, Nord- und Mitteleuropa ein. So häufen sich in jüngster Zeit die Beobachtungen von Marderhunden in unserem Raum. Einzelne Tiere wurden auch bereits in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen erlegt. Ob der Marderhund in unseren Wäldern bereits als eingebürgert gelten darf, vermag zur Zeit niemand mit Sicherheit zu sagen.

Marderhund im Gras

Marderhunde sind nachts rege. Tagsüber halten sie sich zwischen Felsen, in hohlen Bäumen, im Strauchdickicht, in Fuchs- und Dachsbauten oder in selbstgegrabenen Höhlen auf. Auf Bäume klettern wie Waschbären können sie jedoch nicht.

Marderhunde bellen nicht wie Hunde; an Lautäußerungen hört man von ihnen ein leises Miauen, ein Knurren und ein langgezogenes Winseln. Marderhunde leben fast das ganze Jahr hindurch einzeln und nur kurzzeitig in Familienverbänden. Wie die meisten Hunde können sie sich recht schnell vermehren, denn das Weibchen bekommt meistens sechs, manchmal bis zu zwölf Junge.

Marderhund liegt

In manchen Teilen Europas richten die eingebürgerten Marderhunde beträchtlichen Schaden
an. In Rumänien halten sich die Neubürger hauptsächlich im Donaudelta auf, wo sie in den großen Vogelkolonien über die Eier und Jungvögel herfallen. Sonst ernähren sich Marderhunde von kleinen Nagetieren und Fischen, auch von Früchten, Beeren und Eicheln. Gern fressen sie auch Frösche und Kröten, die nur von wenigen anderen Tieren gefressen werden. Auch wenn Marderhunde bei uns mit Sicherheit noch nicht so häufig und verbreitet wie Waschbären sind, stellt sich auch bei ihnen die Frage, ob unter der Einbürgerung dieser fremden Tierart nicht die alten, eingesessenen Tierarten leiden. Viele Förster und Biologen klagen bereits darüber, dass der Marderhund besonders in Naturschutzgebieten schon heute unangenehm auffalle. Es ist allerdings sehr fraglich, ob man ein heimlich und versteckt lebendes Tier wie den Marderhund jemals wieder „loswerden“ kann.



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