Rotfuchs

Rotfuchs (Vulpes vulpes)

Familie Hundeartige (Canidae)
Ordnung Raubtiere (Carnivora)
Klasse Säugetiere (Mammalia)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00065

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Wie der Wolf und der Schakal gehört der Fuchs zu den hundeartigen Beutegreifern. Füchse gibt es nicht nur in ganz Europa, sondern auch in Asien, Nordafrika und Nordamerika. In Australien wurde der Fuchs um 1850 eingebürgert. In Gebirgen kommt er bis zu einer Höhe von 3.000 m vor.

In weiten Teilen Deutschlands ist der Fuchs überall verbreitet und kommt selbst in den Randgebieten der Großstädte vor. So wurden z.B. in Dortmund 1973 auf städtischen Flächen, die nicht bebaut waren, mehrmals Füchse erlegt.

Zur Anlage seiner Bauten wählt der Fuchs häufig geschlossene Wälder aus, er meidet aber keineswegs die Parklandschaft mit ihren Gebüschen und Feldhecken. Selbst auf Friedhöfen wie in Münster und Dortmund fand man Fuchsbauten. Manchmal erweitern Füchse auch einfach vorhandene Kaninchenröhren, um dort ihre Jungen aufzuziehen.

Rotfuchs getarnt

Als Hauptüberträger der Tollwut war der Fuchs ständiger Verfolgung ausgesetzt. Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre begaste man Fuchsbaue. Erfolg hatten diese Aktionen jedoch kaum, denn auch tagsüber halten sich Füchse nur selten in ihrem Bau auf. Durch die Begasungsaktionen wurden dagegen viel häufiger Dachse vernichtet, denn sie verbringen einen Großteil ihres Lebens im Bau. Heute werden Fuchsbaue nicht mehr begast. In manchen Gegenden legt man stattdessen mit Impfstoff präparierte Köder aus, die vom Fuchs gern aufgenommen werden. Viele Gebiete sind dadurch schon tollwutfrei geworden. Neuerdings ist der Fuchs durch die Verbreitung des Fuchsbandwurmes ins Gerede gekommen. Vom Genuss roher Waldbeeren und Wildkräuter wird bereits vielfach gewarnt.

Besonders in der Dämmerung und nachts sind Füchse aktiv. Sie bejagen ihre Beute durch Anschleichen und Anspringen, seltener hetzen sie sie auch. Die Beute wird dann durch Genick- oder Kehlbiss getötet und „totgeschüttelt“, ein Verhalten, das auch Hunde zeigen. In ihrer Ernährung sind Füchse sehr vielseitig. Je nach Angebot der Jahreszeit wechselt die Zusammenstellung ihres Speiseplanes. Im Winter nehmen Füchse häufig Aas auf, im Herbst können Fallobst und Wildfrüchte einen Großteil ihrer Kost ausmachen. In erster Linie leben Füchse allerdings von Mäusen, die bis zu 90 % ihrer Nahrung ausmachen können. Größere Beutetiere wie Rehkitze, Fasane und Hasen verschmäht der Fuchs daneben keineswegs und während der Jungenaufzucht wagt er sich nicht selten auch an Hausgeflügel.

In freier Wildbahn können Füchse etwa 10-12 Jahre alt werden, wenn sie zuvor nicht durch Jäger oder den Straßenverkehr umkommen. Natürliche Feinde haben Füchse heute kaum noch, denn Luchs und Wolf, Uhu und Steinadler sind fast überall verschwunden. Die Fortpflanzungszeit (Ranzzeit) der Füchse fällt normalerweise in die Monate Januar und Februar, zu dieser Zeit kann man die Fuchsrüden auch am ehesten tagsüber beobachten. Nach 52-53 Tagen Tragzeit bringt die Fähe drei bis fünf, manchmal auch 6 oder noch mehr Junge zur Welt. Bei der Geburt sind die Jungen maulwurfsgroß und wiegen etwa achtzig bis hundertfünfzig Gramm. Mit 12 – 14 Tagen öffnen sie die Augen. Etwa mit der 8. Lebenswoche hört das Säugen auf. Vor dem Bau erscheinen die Jungen im Alter von einem Monat. Die erste Fleischnahrung, die die Jungen erhalten, wird im Magen der Mutter vorverdaut. Später wird die Beute im Mund zugetragen. Gegen Ende der Aufzucht lebt die Beute oft noch.



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