Kanadagans

Kanadagans (Branta canadensis)

Gattung: Meergänse (Branta)
Familie: Enten (Anatidae)
Ordnung: Entenvögel (Anseriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00061

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Kanadagänse waren ursprünglich nur in Kanada und den nördlichen USA (von den Aleuten und Westalaska durch Kanada ostwärts bis Neufundland und südwärts bis Nordost- Kalifornien) verbreitet. Außerhalb des ursprünglichen Verbreitungsgebietes wurden Kanadagänse erfolgreich im Nordosten von Texas, in England, Schottland, Skandinavien und Island eingebürgert. 1678 wurden die ersten Tiere in einem englischen Park eingesetzt. Zur Freude der in England zahlreichen Ornithologen wuchs der Bestand ständig und heute kann man von einigen tausend Brutpaaren in England ausgehen. Auch die in Schweden eingebürgerten Kanadagänse vermehrten sich auf heute etwa 10.000 Brutpaare. Diese überwintern in Südschweden und neuerdings auch in den Niederlanden und Norddeutschland. Heute brüten Kanadagänse auch in Deutschland nicht nur in Küstengebieten erfolgreich, beispielsweise in den Rieselfeldern der Stadt Münster. Man weiß nicht, ob diese Vögel englische oder schwedische Vorfahren haben, zumal auch in deutschen Städten wie Hamburg Kanadagänse ausgesetzt wurden.

Kanadagans Gruppe

Man unterscheidet zwischen 12 Rassen der Kanadagans, die zwar in der Zeichnung wenig variieren, aber in der Färbung ziemlich und in der Größe bedeutend. Sehr kleine kurzhalsige und kurzschnäbelige Vögel brüten in der arktischen Tundra, große, langhalsige und langschnäblige brüten in der südlichen Wald- und Präriezone. An der Pazifikküste nisten dunkle, im Nordosten des Verbreitungsgebietes besonders helle Populationen.

Kanadagans schwimmt

Kanadagänse sind noch etwas größer als Graugänse; die Männchen wiegen durchschnittlich 4880 Gramm, Weibchen 4390 Gramm.

In ihrer kanadischen Heimat sind Kanadagänse Zugvögel, die an der amerikanischen Atlantikküste entlang ziehen und vom Süden von Nova Scotia, über Maine, Südost-Massachusetts und Connecticut südwärts bis Süd Carolina, gelegentlich bis Georgia überwintern. Auch die in Skandinavien eingebürgerten Kanadagänse entwickelten Zugtraditionen.

Die Paare bilden sich nicht selten schon im ersten, meistens aber im zweiten Lebensjahr. Sie sind dann zwar noch nicht geschlechtsreif, zeigen aber häufig schon das Verhalten geschlechtsreifer Gänse. Halbzahme Kanadagänse erlangen die Geschlechtsreife gewöhnlich erst im Herbst des dritten Lebensjahres. Kanadagänse sind monogam und leben in Dauerehe. Eine Neuverpaarung nach dem Tod des Partners findet manchmal erst mehrere Jahre danach, in Gefangenschaft allerdings schneller, statt. Das Weibchen sucht den Nistplatz aus. Oft ist der Neststandort in Sumpfvegetation, gern auf kleinen Inseln in Seen oder Teichen zu finden.

Meist ist das Nest am Boden und nahe am Wasser. Manchmal brüten Kanadagänse in Amerika auch in alten Greifvogelhorsten und in künstlichen Nistgelegenheiten über dem Wasser. Es findet nur eine Jahresbrut statt. Meistens besteht das Gelege aus 4-6 Eiern, es kann aber auch bis zu elf Eiern enthalten, die ab Ende März gelegt werden. Die Jungen schlüpfen nach 28-30 Tagen und sind nach neun Wochen flügge. Sie bleiben bis zum nächsten Jahr, wenn die Eltern wieder einen Nistplatz aussuchen, im Familienverband.

Literatur:
Bauer und Glutz (Hrsg.): Handbuch der Vögel Mitteleuropas, Band 2 Anseriformes (1. Teil), Wiesbaden 1979.



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