Rothirsch im September

Rothirsch (Cervus elaphus)

Klasse: Säugetiere (Mammalia)
Ordnung: Paarhufer (
Artiodactyla)
Familie:
Hirsche (Cervidae)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00050
► mehr Säugetiere

Rothirsch im September

Rothirsche sind die mächtigsten und größten Tiere unserer Wälder.

Die Körperlänge kann über zwei Meter betragen, die Körperhöhe 1,50 m. Ein alter, stattlicher und kapitaler Hirsch kann ein Gewicht von über 300 kg erreichen. Das durchschnittliche Gewicht ist allerdings deutlich niedriger und beträgt für fünfjährige Hirsche etwa 110 kg. Das auffälligste und imponierendste Merkmal des Hirsches ist jedoch sein Geweih. Solange das Geweih sich im Wachstum befindet, kann der Rothirsch es allerdings gar nicht verwenden, weil es viel zu weich ist. Es dauert nur etwa hundert Tage vom Wachstumsbeginn an, bis das neue Geweih seine endgültige Größe hat. Das Geweih besteht aus abgestorbenen Knochen und wiegt bis ungefähr 15 Kilogramm. Nach der Brunftzeit wirft der Hirsch sein Geweih wieder ab, um im nächsten Jahr ein neues zu bekommen. Rothirsche können circa 17-20 Jahre alt werden. Noch älter werden sie auch in Gefangenschaft nur sehr selten.

Natürliche Feinde haben Rothirsche in unseren Wäldern kaum noch, weil Wolf, Bär und Luchs mehr oder weniger ausgestorben sind. So muss der Mensch die Regulierung des Rothirsches übernehmen. Etwa 30.000 Rothirsche werden in Deutschlands Wälder jährlich erlegt. Insgesamt leben schätzungsweise 100.000 Rothirsche in ihnen.

Rothirsch im April
Rothirsch im April

Auf der Suche nach Nahrung durchwandert der Rothirsch unsere Wälder. Er muss sich sehr vielseitig ernähren, um sein prächtiges Geweih ausbilden und um die anstrengende Brunftzeit überstehen zu können. Doch unsere Wälder sind eintönig geworden und zerstückelt, von Straßen zerschnitten; überall hindern Zäune und Skipisten den Rothirsch am Weiterwandern. Den Winter verbrachten Rothirsche früher in den Flussauen, um dort das weiche Holz der Weiden zu fressen. Die Flussauen sind heute von Menschen besiedelt und stehen dem Rothirsch für seine Ernährung nicht mehr zur Verfügung.

Obwohl jedoch das Nahrungsangebot immer schlechter geworden ist, gibt es heuet durch die gute Hege der Jäger so viele Hirsche in unseren Wäldern wie niemals zuvor. Man schätzt, dass es zehnmal so viele sind wie vor hundert Jahren.

Rothirsch Kuh
Rothirschkuh

Weil das Nahrungsangebot in der freien Wildbahn nicht ausreicht, müssen die Tiere im Winter vom Menschen gefüttert werden. Sonst können sie die kalte Jahreszeit nicht überstehen. Hungernde Hirsche reißen zudem die Rinde von den Bäumen und fressen sie auf. Diese schwere Kost kann der Rothirsch verdauen und verwerten, weil er ein besonders leistungsfähiges Verdauungssystem hat. Dem Wald wird aber großer Schaden zugefügt, weil die Bäume faulen oder sogar absterben können.

Rothirsch im Juni
Rothirsch im Juni

Die Brunftzeit der Rothirsche beginnt etwa Ende September. Weithin ist dann das Röhren der männlichen Hirsche, das eine Kampfansage an Rivalen darstellt, zu hören. Einen guten Monat später kehrt wieder Ruhe ein. In der Zwischenzeit fressen die Platzhirsche kaum etwas. Zwischen etwa gleich starken Hirschen kann es echte Kämpfe um die Hirschkühe geben. Die weiblichen Hirsche bringen die Jungtiere nach einer Trächtigkeit von rund acht Monaten zur Welt. Bei der Geburt wiegen diese rund 10 kg.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Rothirsch

Natur-Lexikon.com