Habicht

Habicht (Accipiter gentilis)

Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00034

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Beim Habicht ist das Weibchen deutlich größer und schwerer als das Männchen. Während das Männchen etwa 50 cm groß und 740 g schwer wird, können Weibchen 60 cm Größe erreichen und ein Gewicht von ca. 1130 Gramm. Dementsprechend jagen Weibchen und Männchen auch unterschiedliche Beutetiere. Das Männchen bevorzugt Vögel von der Größe einer Meise bis zur Größe eines Huhnes und erbeutet besonders häufig Amseln, Stare, Tauben, Eichelhäher, Elstern und Krähen. Das Weibchen schlägt keine Kleinvögel und im Durchschnitt größere Vögel, daneben erbeutet es viel mehr Kaninchen und Hasen als das Männchen. Besonders gern jagen sowohl Männchen als auch Weibchen aber Tauben, die sie im plötzlichen Überraschungsangriff überrumpeln. Dabei nutzen die Habichte die vorhandene Deckung wie Hecken, Gräben und Häuser zum „Anpirschen“ aus. Außerdem betreiben Habichte auch Ansitzjagd, das heißt, sie sitzen auf einem Ast am Waldrand, warten auf Beute und starten dann ihre überraschenden Attacken.

Habichte

Heute gibt es etwa 12.000 Habicht-Brutpaare in Deutschland. Um 1970 war der Bestand an Habichten so stark gesunken, dass ein Aussterben der Art zu befürchten war. Zum Glück wurden 1970 aber verschiedene Pestizide verboten – besonders das Pflanzenschutzmittel DDT hatte der Habichtspopulation und anderen Greifvögeln massiv geschadet- und gleichzeitig die ganzjährige Schonzeit für den Habicht eingeführt. Heute ist der Habicht in Deutschland nicht mehr direkt gefährdet. Es ist sogar zu beobachten, dass er gerade in der Nähe des Menschen und selbst in Städten wie z.B. Köln in Vorgärten und in belebten Parks wieder zunehmend jagt und brütet.

Besonders aus größerer Entfernung kann man den Habicht mit dem kleineren Sperber verwechseln. Im Flug sind die relativ kurzen, breiten und abgerundeten Flügel ein gutes Kennzeichen von Habicht und Sperber. Diese kurzen Flügel ermöglichen dem Habicht ein Jagen in deckungsreichen Waldlandschaften. Typisch für den Habicht sind auch die langen Gleitphasen, die den Flügelschlägen folgen.

Habichte können noch vor Vollendung des ersten Lebensjahres brüten. Es besteht Einehe und Reviertreue. Das Nest wird von Männchen und Weibchen gemeinsam gebaut. Die Balz beginnt im Januar/Februar und erreicht im März ihren Höhepunkt. Anfang April werden die 3 bis 4 Eier im Abstand von 2 bis 3 Tagen gelegt. Vom 2. Ei ab brütet das Weibchen 38 Tage lang. Erst wenn die Jungen drei bis vier Wochen alt sind, jagt auch das Weibchen wieder, das zuvor vom Männchen versorgt wird. Die Zeit der Brut nutzt das Weibchen auch zur Mauser, so dass zu dieser Zeit der Flügel große Lücken aufweist. Im Alter von 40 Tagen stehen die Jungen als sogenannte „Ästlinge“ im Nest, wenige Tage später sind sie voll flugfähig. Sie werden aber noch 3-4 Wochen von den Eltern mit Beute versorgt.



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