Kornweihe

Kornweihe (Circus cyaneus)

Familie: Habichtartige (Accipitridae)
Ordnung: Greifvögel (Falconiformes)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00030

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Kornweihen halten wie alle Weihen im gleitenden Segelflug ihre Flügel V-förmig. Dadurch sind Weihen leicht von anderen Greifvögeln zu unterscheiden.

Männchen und Weibchen sehen sehr unterschiedlich aus. Die Weibchen sind braun und haben einen auch im Flug gut sichtbaren Bürzel. Da auch die Weibchen der Steppen- und Wiesenweihen diese Merkmale haben, ist es nur sehr erfahrenen Beobachtern möglich, die Weibchen dieser Arten auseinander zu halten.

Erwachsene Kornweihenmännchen sehen aus der Entfernung hell-taubenblau aus; sie haben deutlich abgegrenzte schwarze Flügelspitzen. Aus der Nähe ist der Rücken aschgrau, Kopf und Brust sind dunkler graublau.

Kornweihe - Weibchen

Die Männchen wiegen 300-400 Gramm, die Weibchen sind mit 410-710 Gramm wesentlich schwerer. Männchen und Weibchen bilden also deutlich zwei Größenklassen. Beide Partner sind sehr ruffreudig, man hört sowohl keckernde Rufreihen als auch Pfeiflaute in der Nähe des Horstes.

Ursprünglich waren Kornweihen in ganz Europa verbreitet; mittlerweile bestehen in Mitteleuropa erhebliche Verbreitungslücken. So kommt die Kornweihe in Deutschland nur noch in Restbeständen von wohl nicht einmal mehr 40 Brutpaaren hauptsächlich auf den Ostfriesischen Inseln vor. Damit ist die Kornweihe die bei weitem seltenste Greifvogelart in Deutschland (zum Vergleich: 1996 gab es rund 450 Paar Wanderfalken, 220 Paare Fischadler und 210 Paar Seeadler) und vom Aussterben bedroht (Rote Liste, Kategorie1).

Kornweihe - Männchen

Kornweihen sind Bodenbrüter, die ihre Eier in dichteren Vegetationsstreifen ablegen, bevorzugt in offenen Landschaften wie in Mooren, Heiden, Verlandungszonen und Dünen. Ende März treffen die Kornweihen aus ihren Überwinterungsgebieten in ihren Revieren ein. Die Männchen absolvieren in ihren Revieren Schauflügen und demonstrieren so ihre Fitness. Manchmal paaren sich alte Männchen mit mehreren Weibchen und versorgen alle Bruten mit Beute. Meistens legen die Weibchen 4-6 Eier im Abstand von zwei Tagen. Die Brutdauer beträgt 31 Tage, die Nestlingsdauer 6-7 Wochen. Wie fast alle Bodenbrüter haben Kornweihen große Verluste. Pro angefangener Brut fliegen im Durchschnitt nur etwa 1,2 Junge aus und von diesen sterben im ersten Jahr etwa 60 %.

Ihre Beutetiere überraschen Kornweihen im Suchflug. Geschickt nutzen die Greife Deckungen aus und erscheinen überraschend. Die Hauptnahrung besteht aus kleinen Säugern wie Wühlmäusen und Kleinvögeln. Die größeren Kornweihenweibchen erbeuten auch Blässrallen und Kaninchen.



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