Stieglitz

Stieglitz (Carduelis carduelis)

Familie: Finken (Fringillidae)
Unterordnung: Singvögel (Passeres)
Ordnung: Sperlingsvoegel (Passeriformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00029

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Der Stieglitz gehört zur Familie der Finken und ist mit einer Körpergröße von etwa 12 cm kleiner als ein Spatz. Er ist auch deutlich schlanker. Von allen Finken ist der Stieglitz der farbenprächtigste. Man findet die Farben Rot, Gelb, Weiß und Schwarz in seinem Gefieder. Das Gelb im Flügel fällt besonders im Flug auf.

Während der Stieglitz in Südeuropa sehr häufig ist, dort die Nähe des Menschen sucht und z.B. mitten auf Campingplätzen brütet, ist er in Deutschland eher selten, wird aber von Norden nach Süden zu immer häufiger. Er fehlt aber nirgendwo ganz.

Stieglitz im Baum

Die größte Chance, einen Stieglitz zu Gesicht zu bekommen, hat man bei uns im Winter. Dann streifen die Vögel umher, oft in großen Gesellschaften zusammen mit Zeisigen.

Stieglitze ernähren sich außerhalb der Brutzeit am liebsten von Distelsamen. Wegen dieser Vorliebe heißen Stieglitze auch Distelfinken. Man findet den Distelfinken also besonders dort, wo viele Disteln wachsen. Disteln wachsen häufig auf Flächen, die sich selbst überlassen werden, auf Brachen. Dort werden keine Gifte gegen „Unkräuter“ eingesetzt und niemand zupft dort unerwünschte Pflanzen aus.

Stieglitz getarnt

Zur Brutzeit halten sich Stieglitze auch gern in Obstgärten, in Parks und auf Friedhöfen auf. Das Nest ist ein wahres Kunstwerk, an dem das Weibchen 10 bis 12 Tage baut. Es wird vom Weibchen sehr gut versteckt, befindet sich meistens in etwa vier Metern Höhe in einer Astgabel eines Baumes. Wenn das Weibchen auf den Eiern sitzt und brütet, füttert das Männchen es aus dem Kropf. Die meistens fünf Jungen schlüpfen nach einer Brutdauer von 12-13 Tagen, nach weiteren 13-15 Tagen verlassen die Jungen das Nest. In der ersten Lebenswoche werden die Jungen vorwiegend mit Insekten gefüttert, dann bekommen sie zunehmend auch halbreife Samen, die die Eltern im Kropf herbeibringen. Wenn die Jungen ausgeflogen sind, werden sie noch ungefähr 8 Tage von den Eltern mitversorgt, dann sind sie selbstständig. Im Süden nistende Stieglitze brüten ein zweites Mal, im Norden findet nur eine Brut statt.

Den Namen Stieglitz verdankt der bunte Vogel seinem Ruf, der wie „stiegelit“ klingt.



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