Wald-Sauerklee

Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)

Familie: Sauerkleegewächse (Oxalidaceae)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00022

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Wie das Busch-Windröschen ist auch der Wald-Sauerklee eine charakteristische Waldpflanze, die im Frühjahr blüht. Der Wald-Sauerklee wächst an ausgesprochen schattigen und meist etwas feuchten Stellen in krautreichen, nährstoffreichen Laubmischwäldern und Nadelwäldern. Keine andere Waldpflanze erträgt tieferen Schatten als der Wald-Sauerklee.

Die Blüten stehen einzeln und sind weiß oder auch blassrosa. Die Blütenkronblätter weisen eine deutliche violette oder rote Äderung auf.

Die mehrjährige Pflanze hat einen kriechenden Wurzelstock, aus dem im April die ersten Blüten getrieben werden. Das zarte, niedrigwachsende Pflänzchen erreicht kaum 15 cm Höhe. Die kleeartigen Blättchen haben ein helles, frisches Grün, schmecken sauer und haben der Pflanze ihren Namen eingebraucht. Früher wurden die Blättchen in kleinen Mengen für Salate und die Zubereitung von Grüner Sauce verwendet und ersetzten Essig und Zitrone. Auch als Heilpflanze fand der Sauerklee als Mittel zum Gurgeln Verwendung.

Wenn man die Pflanze isst, sollte man aber vorsichtig sein, denn sie ist reich an Oxalsäure, die in größeren Mengen giftig wirkt.

Wald-Sauerklee wird von verschiedenen Insekten bestäubt. Die Samen werden von den Blütenblättern eingeschlossen. Sind sie reif, streckt sich der Stiel und die Samen werden aus ihrer Kapsel herausgeschleudert. Sie sind sofort keimfähig. Austrocknen vertragen sie nicht.

Aus biologischer Sicht ist die Pflanze auch interessant, weil sich an ihr Bewegungsreaktionen von Pflanzen auf äußere Reize demonstrieren lassen. Nach mechanischer Reizung klappen nämlich die waagerecht gestellten Blätter binnen fünf Minuten bis zu 85 Grad nach unten, also in eine beinahe senkrecht Lage. Auch die „Schlafbewegungen“ der Pflanze sind interessant, denn in der Nacht klappen die Blätter auch nach unten um. Das geschieht zudem, wenn man die Pflanze künstlich beschattet, was die Abhängigkeit von Lichteinfall beweist.



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