Sumpfohreule

Sumpfohreule (Asio flammeus)

Familie: Eulen i.e.S. (Strigidae)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00013

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Die Sumpfohreule ist in Mitteleuropa ein sehr seltener Brutvogel, der in Deutschlands Moorgebieten meist nur anzutreffen ist, wenn dort Wühlmäuse in Massen auftreten. Nach Bezzel (1985) beträgt der Gesamtbestand Mitteleuropas nur noch 50 – 800 Brutpaare (die starke Schwankung ergibt sich aus der Abhängigkeit von Wühlmaus-Gradationen). Am häufigsten ist die Sumpfohreule noch in den Niederlanden, wo in den letzten Jahren zwischen 60 und 140 Brutpaare vorkamen. Die meisten davon brüten im Wattengebiet, 15 Paare allein auf Ameland (1995). In Deutschland ist die Sumpfohreule vom Aussterben bedroht.

Im Norden und Osten Europas dagegen ist der Bestand der Sumpfohreule insgesamt ganz stabil. Als Wintergast zeigt sich die Sumpfohreule besonders in den Küstengebieten noch recht regelmäßig.

Sumpfohreulen ähneln der häufigeren Waldohreule, sie haben aber nur sehr kurze Federohren. Sie werden etwa 35-40 cm groß (die Weibchen sind wieder größer als die Männchen) und wiegen bis zu 500 g (Weibchen). Die Flügelspannweite beträgt zwischen 96 und 107 cm.

Sumpfohreulen sind vorwiegend dämmerungsaktiv, während der Balz, der Revierabgrenzung und der Jungenaufzucht sieht man sie aber auch tagsüber fliegen. Die Ruhephase beschränkt sich dann auf eine etwa dreistündige Mittags- und eine mehrstündige Nachtpause. Diese Eulenart jagt im niedrigen Suchflug, etwa 1-2 m über dem Boden, hauptsächlich Wühlmäuse. Wenn Wühlmäuse fehlen, können Sumpfohreulen sich auf Vogeljagd umstellen. Sumpfohreulen brüten am Boden. Sie legen je nach Nahrungsangebot zwischen vier und acht Eier im Abstand von zwei Tagen. Das Weibchen brütet alleine. Nach 26 Tagen schlüpfen die Jungen, die schon im Alter von 15 – 17 Tagen aus dem Nest krabbeln und sich in der Umgebung verteilen. Sie können erst im mit fünf Wochen fliegen. Wie bei allen am Boden brütenden Vögeln sind auch bei Sumpfohreulen die Verluste sehr hoch.



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