Waldohreule

Waldohreule (Asio otus)

Familie: Eulen i.e.S. (Strigidae)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00011

► mehr Vögel


Die Waldohreule ist wie der Waldkauz ein häufiger Brutvogel in Mitteleuropa. Sie ist zum Jagen auf offenes Gelände angewiesen, braucht zum Ruhen und zur Brut aber Hecken, Baumgruppen und Feldgehölze. Gern besiedelt sie Waldränder; in geschlossenen Waldbeständen dagegen ist sie kaum anzutreffen. Waldohreulen sind mit rund 36 cm Größe etwas kleiner und vor allem schlanker als Waldkäuze. Männchen wiegen durchschnittlich 250 und Weibchen 300 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt circa 95 cm.

Waldohreule im Flug

Die dämmerungs- und nachtaktiven Eulen sitzen tagsüber aufrecht und in schlanker Gestalt auf Ästen von Bäumen, oft dicht an den Stamm geschmiegt. Sie vertrauen dabei auf ihr tarnfarbenes Gefieder. Aktiv sind sie in zwei Hauptphasen, etwa drei Stunden am Abend und zweieinhalb Stunden am Morgen; zwischendurch liegt eine rund dreistündige Pause um Mitternacht. Eine halbe Stunde vor Sonnenaufgang wird der Tageseinstand aufgesucht und eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang wird er wieder verlassen. Im Winter bilden Waldohreulen oft große Schlafgesellschaften von bis zu 30 Tieren (es sind sogar in strengen Wintern Schlafplätze mit mehr als 100 Tieren bekannt geworden). Ihre Ruheplätze sind oft unweit von Häusern in Baumgruppen von Parks oder Friedhöfen.

Waldohreulen erbeuten fast ausschließlich Wühlmäuse, die sie in der Flugjagd erbeuten. In strengen Wintern, wenn die Eulen sich in der Nähe des Menschen aufhalten, fangen sie vorwiegend Spatzen und Grünfinken, die sie an deren Schlafplätzen ergreifen. Waldohreulen bauen keine eigenen Nester, sondern beziehen alte Krähen- und Elsternester. Da Jäger früher von unten durch Krähen- und Elsternester schossen, um diese Rabenvögel kurz zu halten, wurden auch Waldohreulen oft ihre Opfer. Heute sind derlei Jagdmethoden verboten. Auch Eichhörnchenkobel dienen dieser Eule mitunter als Brutplatz. Je nach Witterung beginnen die Waldohreulen Mitte März bis Mitte April mit dem Legen der Eier. Sie bebrüten die meistens vier bis fünf Eier etwa vier Wochen. Die Jungen öffnen nach fünf Tagen ihre Augen und verlassen mit knapp drei Wochen noch flugunfähig das Nest. Mit fünf Wochen können sie fliegen, sie werden aber noch weitere fünf Wochen von den Eltern versorgt. Danach sind sie selbständig.

Waldohreule im Baum



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Waldohreule

Natur-Lexikon.com