Sperlingskauz

Sperlingskauz (Glaucidium passerinum)

Familie: Eulen i.e.S. (Strigidae)
Ordnung: Eulen (Strigiformes)
Klasse: Vögel (Aves)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00009

► mehr Vögel


Der Sperlingskauz ist die kleinste einheimische Eule. Das Männchen ist mit etwa 16 cm kaum größer als ein Sperling, das Weibchen ist rund 2 cm größer. Der Eulenzwerg wiegt etwa 68 Gramm (Weibchen wiegen durchschnittlich 10 Gramm mehr) und hat eine Flügelspannweite von 35 – 38 cm.

Die kleinen Käuze kommen in Mitteleuropa in höheren Mittelgebirgen wie z.B. dem Schwarzwald und dem Bayrischen Wald sowie in den Alpen vor. Neuerdings wurden auch Brutversuche in tieferen Lagen festgestellt, vor allem in Nordbayern; aber sogar in der Lüneburger Heide fand ein Brutversuch statt.

Typisch für das Käuzchen sind die gelben Augen, die unter weißen "Augenbrauen" liegen. Sperlingskäuze sind hauptsächlich in der Abend- und Morgendämmerung aktiv; sie sind sehr lebhaft, wenig scheu und sitzen gern auf Wipfeltrieben von Fichten. Ältere Nadelwälder und Mischwälder sind der Lebensraum dieses Kauzes. Der Vogel brütet in Spechthöhlen. Legebeginn ist Anfang April bis Anfang Mai. Der Sperlingskauz legt alle zwei Tage ein Ei, bis das Gelege mit meistens 4-6 Eiern komplett ist. Nach etwa 28 Tagen schlüpfen die Jungen aus den Eiern. Sie erscheinen im Alter von 21-25 Tagen zum ersten Mal im Flugloch der Bruthöhle. Nach spätestens 5 Wochen fliegen die jungen Käuze aus, sie werden aber noch etwa vier Wochen von den Altvögeln betreut. Sperlingskäuze üben ihre Jagd auf Lichtungen, in kleinen Hochmooren und über Waldwiesen aus. Neben Mäusen erbeuten Sperlingskäuze auch Finken und Meisen. Normalerweise besteht die Nahrung des Sperlingskauzes zu zwei Dritteln aus Mäusen, bei hohem Schnee werden aber fast nur Kleinvögel erbeutet. Wer so klein ist, trägt ein großes Risiko. Neben Baummardern, die besonders den Jungen in der Höhle gefährlich werden, ergreifen Sperber, Habicht und Waldkauz Sperlingskäuze. Doch nicht ihre Feinde machen den Sperlingskäuzen zu schaffen, viel gefährlicher sind Veränderung und Zerstörung ihrer Lebensräume.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Sperlingskauz

Natur-Lexikon.com