Huflattich

Huflattich (Tussilago farfara)

Klasse: Zweikeimblättrige (Dicotyledones)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00006

Siehe auch: Arzneipflanzen

► mehr Pflanzen


Eine der ersten wildblühenden Frühjahrspflanzen ist der Huflattich. Schon Ende Februar erscheinen seine geschuppten Blütenstiele mit den schönen, hellgelben Blütenständen. Jeder Blütenstängel trägt nur eine Blüte. Die schmalen, gelben Zungenblüten stehen in mehreren Reihen. Sie sind sehr nektarreich und locken im Frühjahr die ersten Bienen und Fliegen an, die diesen Frühblüher bestäuben. Nachts sind die Blütenköpfchen nach unten geneigt. Bei kaltem Wetter öffnen sie sich nicht, auch bei Regen bleiben sie geschlossen.

Huflattich Nahaufnahme

Bis zu 8000 einzelne Früchte produziert eine Huflattich-Pflanze. Die Früchte sind flaumige, seidige, mit Haarkranz versehene Achänen (Achänen sind die Nussfrüchte der Korbblütler). Nach dem Verblühen vertrocknen die Blütenstände schnell und verschwinden. Übrig bleiben die großen langgestielten herzförmigen Blätter, von manch Einem „Wilder Rhabarber“ genannt.

Bis 30 cm können die Blätter breit werden. Die Unterseite der großen Blätter ist graufilzig. Der Huflattich wird auch heute vielerorts noch als Heilpflanze gesammelt. Sowohl die Blätter als auch die Blüten werden verwendet. Sie enthalten Schleimstoffe, ätherische Öle, Bitterstoffe, Inulin und vieles mehr. Bei Husten wirkt der Huflattich schleimlösend, Gicht- und Rheumaschmerzen sollen die frischen, als Umschlag angewendeten Blätter lindern.

Huflattich hat einen langen Wurzelstock. Dieser zieht sich waagerecht unter der Bodenoberfläche in unterschiedlichen Tiefen dahin. Der Huflattich blüht von Ende Februar bis Ende April an Wegen, an Ackerrändern, auf Schutthalden, an Ufern, in Kiesgruben und selbst auf Bahndämmen und kommt in fast ganz Europa vor. Er wird zwischen 5 cm und 20 cm hoch.

Huflattich

Ergänzung von Matthias Zimmermann:

Der Einsatz von Huflattich ist inzwischen stark umstritten. 2001 wurde festgestellt, dass fast 100% aller Pyrrolizidinalkaloide in den wässigen Aufguss übergehen. Daher darf die Menge an Pyrrolizidinalkaloiden mit einem 1,2-ungesättigten Necin-Gerüst einschliesslich deren N-Oxide in Huflattichblättern zur Anwendung als Teeaufguss in der maximalen Tagesdosis 1 myg (bisher 10 myg) nicht überschreiten (Bundesaufsichtsbehörde). Die Einschränkungen wurden angeordnet, weil Pyrrolizidinalkaloide dieses Typs akut lebertotoxisch und kanzerogen (krebserregend) wirken können.

Eine Verwendung in Schwangerschaft und Stillzeit ist absolut kontraindiziert !!!



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Huflattich

Natur-Lexikon.com