Löffler

Löffler (Platalea leucorodia)

Unterfamilie: Löffler (Plataleinae)
Familie: Ibisvögel (Threskiornithidae)
Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)

Autor: Hans-Wilhelm Grömping
Mail: hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00005

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Löffler sind Stelzvögel mit einem auffälligen, geraden, abgeplatteten, löffelförmigen Schnabel. Zusammen mit den Ibissen gehören Löffler zu einer Familie. Löffler haben in Europa eine eigenartige, inselartige Verbreitung. Sie kommen an wenigen Stellen in West- und Südeuropa vor, an der Guadelquivir-Mündung in Südspanien, in Südosteuropa von Mazedonien bis zum Neusiedler See und in den Niederlanden. Außerdem gibt es sie noch in Zentral- und Südasien sowie in Mauretanien und an der Somaliküste.

In den Niederlanden fand in den letzten Jahren eine Ausbreitung der Art statt. Etwa 500 Paare brüteten dort 1990, davon 200 im Wattengebiet. Texel war die erste Insel, die 1904 besiedelt wurde, Terschelling folgte 1962, Vlieland 1982 und Schiermonnikoog 1991. Im Jahre 1994 brüteten zum ersten Mal auch zwei Paar Löffler auf Ameland. 1996 waren es 11 Paare. Außerhalb der Brutzeit kann man bis zu 80 Löffler auf Ameland beobachten, 1700 können es in den gesamten Niederlanden sein. Im September verlassen die Löffler ihr Brutgebiet. Die ersten lassen sich Ende Februar wieder sehen, die meisten treffen aber erst im März und April aus ihren afrikanisch-südasiatischen Winterquartieren ein. Die Inseln sind für die Löffler als Brutplätze so attraktiv, weil hier keine Füchse und Wildschweine vorkommen, die ihrer Brut gefährlich werden könnten. Zunehmend geben die Löffler deshalb ihre Brutplätze auf dem Festland zugunsten der sicheren Inselplätze auf.

Löffler auf Wiese

Durch die Zunahme der Löffler in den Niederlanden kommt es auch in Deutschland immer häufiger zu Sichtbeobachtungen und vereinzelten Bruten.

Löffler nisten wie die meisten Ibisvögel in Kolonien unterschiedlicher Größe. Beide Partner bauen das Nest auf umgebrochenem Schilf oder auf ähnlichen Sumpfpflanzen, manchmal auch auf niedrigen oder höheren Weiden und Erlen oder im Quellerbewuchs. Das Nistmaterial wird nicht in der Schnabelspitze, sondern im Mundwinkel getragen. Im April oder Mai legen die Weibchen 3 – 5 Eier, aus denen nach 21 Tagen die Jungen schlüpfen. Beide Eltern betreuen sie. Nach vier weiteren Wochen verlassen die jungen Löffler das Nest, doch voll flugfähig sind sie erst nach weiteren vier Wochen. Erwachsene Löffler nehmen mit ihrem Löffelschnabel Insekten und Larven, Krebs-, Weich- und sonstige Wassertiere „schlabbernd“ auf.



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