Lungenkraut

Lungenkraut (Pulmonaria officinalis agg.)

Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)

Autor:Hans-Wilhelm Grömping
Mail:hwgroemping@naturschule.com
Website: http://www.naturschule.com

Dokument: HWG 00004

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„Gar manch achtsamer Kräuterkenner schreibet diesem Pflänzlein große Kraft zu wider Lungenschwärungen, so auch ich es oftmals zu großem Nutz und Frommen wider das Blutspucken ordinieret habe... hülfreich ist das Kraut allzumal wider die Schwindsucht". Soweit ein Auszug aus dem Herbarium des mittelalterlichen Arztes Mattioli.

Früher ging man davon aus, dass die Natur gegen jedes Leiden ein entsprechendes Mittel bereithielt. Nach der aus dem 16. Jahrhundert stammenden Signaturenlehre erinnerten die Flecken auf den Blättern des Lungenkrautes an Lungen, und dies hielt man für einen Hinweis darauf, dass die Pflanze zur Behandlung von Lungenkrankheiten geeignet sei. Heute hat man sicher wirksamere Mittel, aber als Heilpflanze wird das Lungenkraut noch immer gesammelt. Es enthält auch Kieselsäure, Schleime, Saponine, Gerbstoffe und größere Mengen Mineralien und wirkt dadurch hustenreiz- und entzündungshemmend.

Lungenkraut nah

Interessant ist die Pflanze aber auch wegen des Farbwechsels der frischen Blüten von rosa zu blau. Dieser Farbwechsel hängt mit Zellsaftreaktionen zusammen; das Milieu in den Knospen ist erst sauer, daher sind die Blüten anfangs rosa; nach der Bestäubung wird es dann neutral bis leicht alkalisch, wodurch die Blüten blau werden.


Foto: Matthias Zimmermann

Es gibt verschiedene Lungenkraut-Arten, die sehr schwer zu bestimmen sind und zudem untereinander noch Bastarde bilden. Das Lungenkraut kommt in fast ganz Europa vor und wächst in Laub- und Laubmischwäldern. Vor allem an den Waldrändern und in angrenzenden ungenutzten Grasflächen ist es zu finden.

Das Echte Lungenkraut ist im Norden Deutschlands häufiger als im Süden und liebt kalkhaltigen, lehmigen Boden. An seinen Wuchsorten kommt das Lungenkraut meist in großen Beständen vor. Es wird etwa 15-30 cm hoch und blüht im März und im April. Mehrere Blüten stehen in einem doldenähnlichen Blütenstand beisammen.


Foto: Matthias Zimmermann



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