Lachs (Salmo salar L.)

Klasse: Fische (Pisces)
Familie: Lachsartige (Salmonidae)

Autor: Hartmut Poschwitz

Dokument: HP 00001

Alle Fotos: Thomas Vogt

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Der Lachs, die größte einheimische Salmonidenart, und ein geschätzter Speisefisch, erreicht eine Körperlänge bis 1,50 m und ein Gewicht bis 36 kg. Der kräftig bezahnte Kiefer weist ihn als Raubfisch aus.

Er bewohnt den Nordatlantik, die Nord- und Ostsee sowie deren Zuflüsse. Als anadromer Wanderfisch (wie Stör und Maifisch) zieht er zum Ablaichen in den Monaten September bis Februar vom Meer in die Flüsse und Bäche, in denen er einst geschlüpft ist. Dabei werden Strecken bis weit über 1000 km zurückgelegt. Mit welchen Sinnen die Orientierung bewerkstelligt wird, ist noch nicht völlig geklärt. Zumindest im Süßwasser scheint der Geruchssinn eine vorherrschende Rolle zu spielen.

Katadrome Arten, z.B. der Aal, streben vor der Laichzeit dem Meer zu.

Die verschiedenen Aufstiegszeiten in die Süßwasserbereiche (Sommer- oder Winterlachse) sind von Alter, Größe und Geschlecht der Fische abhängig.

In den Ober- und Mittelläufen der Gewässer hebt das Weibchen durch kräftige Schwanzschläge flache Laichgruben im Kiesbett aus, die bis zu 2 m Durchmesser erreichen können und in ca. 1 m  Wassertiefe liegen. Wie alle Kieslaicher (z.B. Forellen, Äschen) sind auch die Lachse und ihre Brut gegen Sauerstoffmangel und Wasserverunreinigungen sehr empfindlich. Die 5-7 mm großen Eier (ca. 5.000-20.000 Stück/Weibchen) werden in den Gruben abgelegt und mit Kies bedeckt. Kurze Zeit nach dem Ablaichen sterben die meisten Elterntiere. Nur wenige erholen sich, überwintern im Süßwasser und wandern zurück ins Meer; lediglich ca. 5% der Lachse laichen ein zweites Mal im Abstand von 1-2 Jahren. Als Grund für das Massensterben wird meist die Erschöpfung durch den Laichvorgang und die Aufzehrung der Energievorräte angegeben, da im Süßwasser fast keine Nahrung mehr aufgenommen wird.

Im sogenannten “Parrstadium” verbringen die geschlüpften Junglachse ca. 1-3 Jahre im Süßwasser, um dann, nachdem sie sich silbrig verfärbt haben, als ca. 20 cm große “Smolts” flussabwärts ins Meer zu gelangen. Während dieser Freß- und Wachstumsphase besteht ihre Nahrung hauptsächlich aus kleinen Fischen und Garnelen. Hierbei kann eine Gewichtszunahme von 4 kg/Jahr erreicht werden. Nach einer Aufenthaltszeit bis zu 6 Jahren beginnen die herangewachsenen Lachse mit den Laichwanderungen zum Heimatgewässer.

Lachs Schwanzflosse

Lachse wurden noch zur Jahrhundertwende in großer Zahl in den mittel- und westeuropäischen Flüssen gefangen. Heute kommen nur noch in Irland, Schottland und Skandinavien nennenswerte Bestände vor. Durch Gewässerverbau und Wasserverunreinigungen fanden die Lachse viele Jahrzehnte lang keine geeigneten Laichplätze mehr (in Hessen war der Lachs spätestens in den 50er Jahren ausgestorben). Seit etwa 1995 versucht man, sie auch in Hessen wieder anzusiedeln, vor allem in den Nebenflüssen von Rhein und Weser (z.B. Sieg, Wisper, Diemel).

Aufgrund seiner besonderen Lebensraumansprüche steht der Lachs stellvertretend für die Bedürfnisse vieler, anderer Gewässerbewohner.

Die Wasserqualität unserer Flüsse und Bäche hat sich in den letzten Jahren entscheidend verbessert. Hohe Summen wurden z.B. in den Bau von Kläranlagen investiert, sodass mittlerweile kaum noch ungereinigtes Abwasser in die Vorfluter gelangt.

Außerdem hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass nicht nur die Wasserqualität, sondern auch naturnahe Gewässerstrukturen von ausschlaggebender Bedeutung für ökologisch intakte Fließgewässer sind. Daher wurden in den letzten Jahren zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt. Wenn auch die Durchgängigkeit noch nicht vollständig wiederhergestellt ist, so sind inzwischen doch wichtige Voraussetzungen für die Wiederansiedlung von anadromen Wanderfischen, wie dem Lachs, gegeben.

Literatur:
Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (2004): Rhein & Lachs 2020.- Koblenz.
GERSTMEIER, R.; ROMIG T. (2003): Die Süßwasserfische Europas.- Stuttgart.
Ministerium für Umwelt und Forsten (2000): Fische und Fischerei in Rheinland-Pfalz.- Mainz.
POSCHWITZ, H. (2004): Die Fischfauna des hessischen Untermains im Wandel von 100 Jahren.- Halle.
Regierungspräsidium Kassel (2001): Wiederansiedlung des Lachses in Nordhessen.- Kassel.
STOLZENBURG, H. (2004): Springende Lachse am Siegwehr Buisdorf. In: Fischwaid 6/2004.- Offenbach .



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Lachs

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