Glecktes Knabenkraut

Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata (L.) Soó)

Familie: Orchideengewächse (Orchidaceae)
Ordnung : Orchidales
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Dr. Horst Kretzschmar
Mail: hk@orchideen-kartierung.de
Website: www.orchideen-kartierung.de

Dokument: HKO 00034

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Blütenähren der typischen Form, Hessen


Beschreibung:
Stark gefleckte Blätter am Stengel verteilt, meist unten etwas gehäuft. Form schmal oval. Blütengrundfarbe weiß bis rosa, Lippe in der Regel mit rotvioletter Linienzeichnung. Helm aus mittlerem Sepalum und Petalen, seitliche Sepalen stehen zur Seite ab. Sporn etwa so lang wie der Fruchtknoten, dünn, abwärts gebogen.

basischer Grund, Thüringen
basischer Grund, Baden-Württemberg
abgetorftes Moor, Niedersachsen

Verbreitung:
Eine der häufigsten Dactylorhiza-Arten. Vor Allem in den Mittelgebirgen annähernd flächendeckend verbreitet. Die Gebiete ohne Nachweis eines Vorkommens dürften zumindest teilweise einfach Kartierungslücken darstellen.

saurer Sandgrund, Senne
Erzgebirge, nährstoffreicher Grund
Erzgebirge, nährstoffarm

Gefährdung:
Eine besondere Gefährdung besteht nicht zumindest in den Mittelgebirgen nicht. Die Vorkommen im norddeutschen Tiefland sind durch Verlust ihrer Biotope aber stark geschwunden. Ebenso sind Randsippen wie z.B. var. psychrophila in ihrem kleinen Verbreitungsgebiet selten und solten speziell geschützt werden.

Bemerkungen:
Die große Varianz der Art hat zur Beschreibung zahlreicher Unterarten und Varianten geführt.

Erzgebirge, relativ nährstoffarm
Erzgebirge, nährstoffarm
Dünensippe, Jütland

Es wurden eine ganze Reihe von Unterarten und Varianten beschrieben. Die Nordostbalkan-Sippe strahlt in Form der subsp. transsylvanica bis nach Sachsen aus. Sie ist gekennzeichnet durch nur wenige kleine Blätter am Grund, weiße Blüten kommen oft vor. Aus dem Grenzgebiet zwischen Niedersachsen und Holland wurde subsp. elodes beschrieben. Der Locus classicus im Bourtanger Moor existiert nicht mehr, die noch existierenden Abbildungen von dort erinnern von den Blüten her am ehesten an die Dünensippen an der Küste der Nordsee, die aber wiederum im Habitus viel gedrungener sind. Von den westfriesischen Inseln wurden solche Sippen als var. podesta beschrieben. Weiterhin wachsen in den norddeutschen Mooren, soweit sie noch nicht vernichtet wurden, zierliche Pflanzen, die dem Typ der subsp. ericetorum entsprechen, die auf den britischen Inseln, Irland und auch in Schweden in vergleichbaren Hochmoorbiotopen vorkommen. Über Jahre wurde immer wieder versucht, eine Trennung der Stammsippe in eine subsp. fuchsii und eine subsp. maculata irgendwie zu begründen: alle vorgeschlagenen trennenden Merkmale haben sich letzlich als nicht stichhaltig erwiesen. Faßt man alle diese Fakten zusammen, bleibt eigentlich nur, diese verschiedenen Formen als ökologische Anpassungen einer ansich schon sehr variablen Art aufzufassen.


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