Breitblättrige Stendelwurz

Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine (L.) Crantz)

Familie: Orchideengewächse (Orchidaceae)
Ordnung : Orchidales
Klasse: Einkeimblättrige (Monocotyledoneae)
Unterabteilung: Bedecktsamer (Angiospermae)
Abteilung: Samenpflanzen (Spermatophyta)

Autor: Dr. Horst Kretzschmar
Mail: hk@orchideen-kartierung.de
Website: www.orchideen-kartierung.de

Dokument: HKO 00020

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Beschreibung:
Kräftige Stendelwurz, bis weit über 1 m hoch, Stengel kahl, Stengelblätter breit oval, unten am Stengel angeordnet, Blüten in den Achseln kleiner, lanzettlicher Tragblätter. Blüten meist weißlich grün mit rötlichem Anflug auf Lippe, allogam, d.h. mit funktionierender Klebdrüse, Epichil herzförmig mit nach hinten geschlagener Spitze, an der Basis mit dunkler gefärbter Schwiele.

Verbreitung:
Waldart, wo sie an lichten Stellen z.B. am Waldrand vorkommt. Durch Rehverbiß kommt oft nur ein kleiner Prozentsatz noch zur Blüte. Vom Untergrund her relativ anspruchslos, auch auf saurem Grund. Eine der häufigsten Arten.

Gefährdung:
Keine relevante Gefährdung bekannt, sie ist nicht selten auch in Parks und auf Friedhöfen zu finden.

Aus den Südwestalpen wurde eine thermophile Variante der Art beschrieben. Auch in Deutschland mehren sich die Funde ähnlicher Pflanzen, vor Allem in Bayern. Ob es sich hier um einen reinen Ökotypus handelt, oder ob man hier doch eine andere Bewertung vornehmen muß, müssen weitere Untersuchungen zu Ökologie und Verbreitung klären. Probleme bereitet zusätzlich die Tatsache, daß die aus Süd-Österreich beschriebene E. orbicularis mit dieser Sippe synonymisiert wurde - es sei dahingestellt, ob dies sinnvoll ist. Möglicherweise existieren einfach 2 verschiedene Sippen.

Bemerkungen:
Auffällig sind eine ganze Reihe auffälliger Wuchsformen, die an extremen Wuchsorten auftreten. Auf Bleihalden und auch auf Untergründen, die durch verschiedene Chemiebelastungen beeinträchtigt werden, treten Habitus oder auch Blütenstruktur betreffende Monstrositäten auf.

Um eine ökologische definierte Sippe scheint es sich bei der nachstehend gezeigten subsp. distans (C. Arvet-Touvet) Engel & Quentin zu handeln, die früher und insbesondere in trocken-warmen Arealen wächst.



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