Seidelbast

Seidelbast (Daphne mezereum)

Familie: Seidelbastgewächse (Thymelaeaceae)

Autor: Gabriele Jesdinsky
Website: gartendatenbank.de

Siehe auch: Giftpflanzen Gartenpflanzen

Dokument: GJ 00003

► mehr Pflanzen


Identifizierungskennzeichen
Vor dem Blattaustrieb sehr frühe purpurrosa, duftende Blüten im Spätwinter und Vorfrühling II-III, meist zu 3 in den Winkeln der vorjährigen, abgefallenen Blätter,
Kleinstrauch 1 m hoch und breit, mit spärlicher Verzweigung.


Standort / Verbreitung
Auf kalkhaltigen, ausreichend feuchten und nährstoffreichen Böden,
Bergwälder, Nordosten Mitteleuropas, zerstreut bis fehlend, geschützte Art,
häufig in Gärten angepflanzt.

Wert für Tiere
Nektarreiche Blüten erste Nahrung für Insekten,
Beeren für etwa 10 Vogelarten.

Verwendung
Rinde für Humanmedizin,
Giftpflanze, sehr stark giftig, besonders Rinde und Beeren, Giftaufnahme auch durch die intakte Haut.
Frühblühender Zierstrauch für naturnahe Gärten, der Schmetterlinge anzieht.

Botanik
Bei der Blüte handelt es sich um eine Kelchröhre mit 4 Kelchzipfeln.
Die roten, erbsengroßen, beerenartigen Steinfrüchte stehen direkt am Zweig, an ihrer Bildung ist neben den Fruchtblättern auch die Blütenachse beteiligt.

Ergänzung: Matthias Zimmermann

Toxine

In der Rinde das Daphnetoxin, in den Samen das Mezerein. Wobei das Fruchtfleisch (Perikap) der Samen nicht zu den Reizungen führt.

Wirkung

Beide Substanzen sind extrem starke Reizgifte. Neben einem "Zerfressen" der Haut, kommt es zu massiven Schäden der Niere, des Kreislaufs und des Zentralnervensystems.

Toxizität

Bis 5 Beeren erzeugen starke Reizungen, bei 10 Beeren kann für Kinder schon die letale Dosis liegen. Mortalität bei ca. 25%.

Symptome
Haut: Rötung, Blasen bis zu Zerfall der Haut

Innerlich: erhöhter Speichelfluss, Erbrechen, Kollaps, Nierenversagen, Durchfall (mit Blut). Bei Kindern häufig Krampfzustände.

Historisches
Aufgrund des bitteren Geschmackes früher zu Heilzwecken im Rahmen der Schmerzbehandlung entzündlicher Erkrankungen wie Gicht oder Rheuma eingesetzt. Bettler haben früher ihre Haut mit Seidelbast verätzt um mehr Mitleid zu erzeugen.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Seidelbast

Natur-Lexikon.com