Mai-Risspilz

Mai-Risspilz (Inocybe patouillardii; Inocybe erubescens)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Schleierlingsartige (Cortinariaceae)
Gattung: Risspilze (Inocybe)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00202
STARK GIFTIG

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Kurzbeschreibung:
anfangs weißlich – weißlich-ockerlich, dann zunehmend ziegelrötlich; +/- deutlich radialfaserig mit häufig tief eingerissenem Hut, und graugelblichen bis grauockerlichen Blättern

Mai-Risspilz 01

Hut:
bis ca. 9 cm breit; zuerst kegelig mit eingerolltem Rand, dann allmählich glockig und schleißlich flach ausgebreitet, oft leicht gebuckelt; jung weißlich bis weißlich-ockerlich; dann allmählich ziegelrötlich, vor allem an Druckstellen; trocken; leicht glänzend; Hutoberseite +/- deutlich radialfaserig; Rand oft tief eingerissen

Mai-Risspilz 02

Blätter:
jung weißlich, später grau ockerlich, schließlich bräunlich, an Druckstellen nach geraumer Zeit rötlich fleckend; ausgebuchtet; angeheftet; mit kürzeren Blättern untermischt; gedrängt

Stiel:
bis ca. 7 cm lang und 10 mm (gleichmäßig) stark,  anfangs weißlich, dann besonders an Druckstellen zunehmend ziegelrötlich; voll; fest; +/- faserig gestreift

Mai-Risspilz 03

Fleisch:
fest; weißlich, an Schnitt- oder Bruchstellen langsam leicht rötlich verfärbend; faserig; Geruch süßlich; Geschmack zunehmend unangenehm/widerlich – AUF KEINEN FALL PROBIEREN – VERGIFTUNGSGEFAHR!

Sporenstaub:
ockerbräunlich

Mai-Risspilz 04

Wert:
STARK GIFTIG! Es hat schon mehrere Todesfälle durch Vergiftungen mit diesem Pilz gegeben.

Vorkommen: Mai – Juli/August +/- gesellig im Laub- und Nadelwald; in Gärten, Parkanlagen, an Wegrändern, auf Kalkböden; europaweit verbreitet

Mai-Risspilz 05

Verwechslungsmöglichkeit: In jungem Zustand bei ungenügender Sorgfalt mit dem Mairitterling (Maipilz) (siehe daselbst), Champignons oder auch Reifpilzen (siehe ebenfalls daselbst).

Mai-Risspilz 06

Wissenswertes:
(nach: Roth/Frank/Kormann: Giftpilze/Pilzgifte,

Nikol Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG Hamburg)

Das für die Vergiftungen verantwortliche Gift ist Muscarin, welches im Mai-Risspilz in recht hoher Konzentration vorkommt. Der Muscaringehalt kann jedoch je nach Standort und Art schwanken. Eine Frisch-pilzmenge zwischen 40 – 500g kann schon die tödliche Menge Muscarin enthalten. Ca. 8 %  der Mai-Risspilz-Vergiftungen endet tödlich.

FOLGENDE SYMPTOME kennzeichnen eine Vergiftung mit dem Mai-Risspilz:

Nach 15 min bis 4 Std. kommt es zu Schweiß-ausbrüchen, verstärktem Speichelfluss, Pupillen-verengung, Zittern, Erbrechen, Durchfall, Koliken im Magen-Darm-Bereich, verlangsamter Herzfrequenz, Schock, Atemnot und Verkrampfung der Atemwegsmuskulatur.

Schwere Vergiftungen können zum Tod führen.

NUR DIE GENAUE KENNTNIS ODER DER RAT EINES PILZSACHVERSTÄNDIGEN SCHÜTZT VOR VERGIFTUNGEN!!



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