Eichen-Leberreischling

Eichen-Leberreischling (Fistulina hepatica)
syn. Ochsenzunge

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Nichtblätterpilze (Aphyllophorales)
Familie: Reischlinge (Fistulinaceae)
Gattung: Leberreischlinge (Fistulina)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00159
essbar, als Seltenheit zu schonen

► mehr Pilze


Kurzbeschreibung:
dunkel- oder fleischrötlicher, zungen-, nieren oder halbkreisförmiger Fruchtkörper vor allem an Eichen.

Fruchtkörper:
10 – 30cm (oder darüber) lang/breit und ca. bis 6cm dick; Oberseite anfangs hell-rötlich oder orangefarbig, dann zunehmend dunkler rot werdend bis schließlich im Alter bräunlich-rötlich oder leberfarbig mit klebrig rötlichen Tropfen, bei Feuchtigkeit schleimig, radial gestreift, Haut leicht abziehbar;

Unterseite ähnlich einem Porling, Röhren ca. 1cm lang, weiß-gelblich, leicht voneinander trennbar, jedoch nicht vom Fleisch des Fruchtkörpers, Poren jung blassgelb, dann rötlich bis rotbraun, bei Druck bräunlich verfärbend.

Ochsenzunge

Fruchtfleisch:
weich, rötlich-saftig, deutlich faserig, zart, fleischrötlich, Schnittflächen erinnern durch die fleischroten und weißlichen Streifen an von dünnen Fettadern durchzogenes saftiges Rinderfleisch, Geruch angenehm, Geschmack etwas säuerlich.

Sporenstaub:
hellbräunlich

Wert:
jung essbar, jedoch von wenig gutem Geschmack, nach Laux (Hans E. Laux: Der große Kosmos Pilzführer) als Seltenheit zu schonen, nach Michael/Hennig/Kreisel (Handbuch f. Pilzfreunde Bd. I) sollte der Pilz gewässert werden, um ihm die Gerbsäure zu entziehen, dann wie Schnitzel zubereitet oder gut gekocht in Essig eingelegt werden.

Vorkommen:
August – Oktober an Stümpfen und lebenden Stämmen vor allem von Eiche, aber auch Edelkastanie, seltener an Rotbuche u. a. Laubbäumen, häufiger im Flach- und Hügelland, in höheren Gebirgslagen oder im Norden Europas (Eichengrenze) fehlend.

Interessantes (nach: Hermann Jahn: Pilze an Bäumen, Patzer Verlag): Der Pilz wächst besonders im Kernholz von geschwächten oder verletzten Eichen und verursacht eine langsam fortschreitende Braunfäule. Er scheidet im frühen Befallsstadium Farbstoffe aus, die das Holz färben und die Maserung deutlicher macht. Darum erhöht ein leichter Befall mit diesem Pilz den Wert des Holzes (im Gegensatz zu den meisten anderen Holz zerstörenden Pilzen).

Im Endstadium wird das Holz tief braun und bricht würfelig. Die Festigkeitsminderung ist jedoch nicht so stark wie durch den Befall mit dem  Schwefelporling (Laetiporus sulphureus)



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Eichen-Leberreischling

Natur-Lexikon.com