Tintenfischpilz

Tintenfischpilz (Clathrus archeri)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Unterklasse
: Gasteromycetidae
Ordnung: Phallales
Familie: Clathraceae
Gattung: Clathrus (Gitterlinge)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00156
ungenießbar;

  
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Kurzbeschreibung:
aus einem Hexenei herauswachsender, tintenfischartiger, kräftig roter, mit dunkel olivgrüner Sporenmasse besetzter Fruchtkörper.

Hexenei:
rundliches oder birnenförmiges, weißlichgraues, +/- in der Erde steckendes Ei mit recht dicker, etwas rinnenartiger, elastischer Hülle, unter der eine wenige mm dicke wässrig-transparente Gallertschicht liegt. Bei entsprechender Reife reißt das Ei am Scheitel auf und in relativ kurzer Zeit (einige Stunden, meist nachts) schiebt sich ein länglicher Körper (das Rezeptakulum) heraus, der sich nach vollendeter Streckung in mehrere Arme (4-6) teilt.

Fruchtkörper:
Die Arme sind im Ei fast weiß und umschließen die olivgrüne Sporenmasse Gleba, erst mit zunehmender Eireife werden sie rot. Nach dem Hervorbrechen wachsen sie erst nach oben, teilen und krümmen sich dann. Die einzelnen Arme neigen sich immer mehr der Erde zu und liegen schließlich auf. Ihre Farbe wird kräftig rot, die Oberfläche ist porös und wabig-grubig oder schwammartig, die Arme sind zerbrechlich und stecken nur noch lose im Hexenei, mitunter sind 2 Arme zeitweise an den Enden zusammen gewachsen.

Auf den Armen befinden sich dunkle, unregelmäßige Flecken von Sporenmasse, welche Fliegen anlockt, die sie aufsaugen und die Sporen mit dem Kot verbreiten. Der ganze Pilz riecht +/- deutlich nach Aas.

Sporen:
farblos.

Wert:
nicht essbar, ungenießbar.

Tintenfischpilz Detail

Vorkommen:
Juli – November auf nährstoffreichen Böden im Laubwald, seltener im Nadelwald, an Waldwegen, auf Wiesen, Weiden, einzeln oder auch gesellig, vom Flachland bis ins Gebirge.

Verbreitung: Der Tintenfischpilz ist eigentlich ein Pilz der Tropen. Er wurde Anfang des 20. Jh. vermutlich aus Australien oder Neuseeland eingeschleppt.

Nach Michael/Hennig/Kreisel: Handbuch f. Pilzfreunde Bd. II , Gustav-Fischer-Verlag 1986,

hat sich der Pilz folgender Maßen ausgebreitet:

Zuerst 1914 in den Vogesen gefunden, seit 1938 im Schwarzwald und Oberbayern, seit 1940 im Odenwald, im Maingebiet seit 1953, in Hessen und im Süden der ehemaligen DDR 1960,

1977 im Harz und in Rostock. Außerhalb Deutschlands wurde der Pilz 1948 in Oberösterreich, seit 1963 in Westböhmen, 1968 in der Steiermark, 1942 in der Schweiz, 1973 in Spanien/Baskenland, 1945 in England gefunden.

Die hier gezeigten Aufnahmen wurden Ende September 2006 in einem Garten in der Schorfheide; Landkreis Barnim, Bundesland Brandenburg, gemacht.

Verwechslungsmöglichkeit:
Es gibt praktisch keinen anderen ähnlichen Pilz.



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Tintenfischpilz

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