Spaltblaettling

Gemeiner Spaltblättling (Schizophyllum commune)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung:
Porlinge (Poriales)
Familie: Spaltblättlinge
(Schizophyllaceae)
Gattung
: Spaltblättlinge (Schizophyllum)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00148

ungenießbar

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Kurzbeschreibung:
an Holz dachziegelartig wachsender, muschelförmiger, filzig-striegeliger, hellgrauer, zäher Pilz mit fächerförmig angeordneten, an der Schneide aufgespaltenen Blättern.

Fruchtkörper:
2-3 (4) cm breit, trocken weißlich, feucht schmutzig graubräunlich, an der verschmälerten Basis auch grünlich; muschel- oder fächerförmig, oft gelappt; Oberfläche undeutlich gezont; filzig striegelig;  mit der deutlich schmaleren Basis am Holz ansitzend; Rand leicht eingebogen, gekerbt, älter oft gelappt und eingeschnitten.

Spaltblaettling Unterseite

Blätter
(besser: Pseudolamellen): fleischrötlich, rötlichgrau bis grauviolett; kaum gedrängt, von der Anwachsstelle fächerförmig zum Rand hin ausstrahlend; in Länge und Breite verschieden; mit längs gespaltener Schneide (Name!); längere und kürzere Blätter wechseln einander ab, bei Trockenheit rollen sich zwei längere Blätter so, dass sie ein dazwischen liegendes kürzeres Blatt wie in einem Hohlraum einschließen, bei Feuchtigkeit strecken sich die längeren Blätter wieder.

Stiel:
fehlend oder nur wenig ausgebildet.

Spaltblaettling Querschnitt

Fleisch:
dünn, zäh, grau oder ockerfarben; bei Trockenheit hart, feucht wieder elastisch (auch nach Monate langer Trockenheit); kein Geruch; Geschmack mild.

Sporenstaub:
weiß bis rosa.

Vorkommen:
ganzjährig, also auch im Winter; meist gesellig an totem Laub- und Nadelholz, aber vor allem an Buche, Erle, Linde, Eiche u. a., kaum oder gar nicht in geschlossenen oder schattig feuchten Wäldern, sondern vor allem an stark besonnten und trockenen Standorten wie Waldrändern; Kahlschlägen u. ä.; weltweit verbreitet, in Mitteleuropa häufig, bis in die Kammlagen der Mittelgebirge. Der Pilz gehört zu den Erstbesiedlern von frisch geschlagenem Holz, erzeugt, obwohl vorwiegend saprophytisch lebend, Weißfäule.

Interessantes:
Der Spaltblättling gehört nicht zu den Lammellenpilzen, sondern steht den Rindenpilze nahe. Obwohl vor allem Saprophyt, kann er auch auf anderen Substraten wachsen wie an krautigen Pflanzen, Knochen (so fand man ihn z. B. in Dänemark an einem Walfischknochen), kann aber auch Krankheitserreger bei Tier und Mensch werden. So isolierte man ihn aus erkrankten Zehenägeln und einem Mundgeschwür (nach: Michel/Hennig/Kreisel: Handbuch für Pilzfreunde Bd. III).


Foto: Dr. Inger Dörffel-Grießmayer

Verwechslungsmöglichkeit:
In Mitteleuropa ist eine Verwechslung kaum möglich, da Schizophyllum commune die einzige Gattung in der Familie der Schizophyllaceae ist.



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