gelber Knollenblätterpilz

Gelber Knollenblätterpilz (Amanita citrina)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Wulstlinge (Amanitaceae)
Gattung: Wulstlinge, Streiflinge (Amanita)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00145
giftig

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Kurzbeschreibung:
Blätterpilz mit runder, derber Knolle; breiten, Fetzen ähnlichen Hüllresten auf hellgelbem oder weißlichem Hut.

Hut:
4 – 10 cm breit; jung halbkugelig, später gewölbt bis ausgebreitet, mitunter in der Mitte vertieft; Oberfläche glatt, matt, gelblich in verschiedenen Varianten und Schattierungen, blassgelblich, grüngelblich, strohgelb, später auch gelblich-bräunlich; mit unregelmäßig zerrissenen, schollenartigen Hüllrsten (Reste des Velum universale), die aber oft vom Regen abgewaschen werden; Rand glatt und ungerieft.

Blätter:
frei; gedrängt; anfangs weißlich, später blassgelblich; weich, mit flockiger Schneide.

Stiel:
bis 12cm hoch, bis 1,5cm breit; weiß, gelblich überhaucht; mit blassgelblicher, hängender, nicht oder nur undeutlich geriefter Manschette (als Reste des Velum partiale, einer inneren Hülle zwischen Stiel und Hutrand, welche die Blätter längere Zeit bedeckt).

Knolle:
rundlich, bis 3cm breit, derb, dick, schwammig; vom Stiel durch einen kantig gerandeten Wulst abgesetzt.

Fleisch:
weich, weiß, dünn; Geruch nach rohen Kartoffeln, Geschmack widerlich rettich- oder rübenartig.

Sporenstaub:
weiß.

Wert:
roh giftig und nicht schmackhaft. Der Pilz ist nicht so giftig wie der [Grüne Knollenblätterpilz] (Amanita phalloides), der Weiße Knollenblätterpilz (Amanita verna) oder der Spitzhütige Knollenblätterpilz (Amanita virosa). Die Gifte des Gelben Knollenblätterpilzes sind – bis auf Bufotinin- unbekannt und nicht hitzebeständig. Bufotinin wird im Magen-Darm-Trakt abgebaut, es ruft Kopfschmerzen, Schwindelgefühl und Halluzinationen hervor.

Auch abgekocht ist durch seine Inhaltsstoffe, aber besonders seine Verwechslungsmöglichkeiten vom Verzehr dieses Pilzes grundsätzlich abzuraten.

Vorkommen:
Juli(August) – November im Laub- und Nadelwald auf sauren und neutralen Böden (unter Rotbuchen, Eichen, Birken; Fichte, Kiefer, Tannen); häufig in Mittel- und Südeuropa; fehlt in höheren Gebirgslagen der Mittelgebirge wie Erzgebirge, Thüringer Wald usw. oberhalb 750m, in der Schweiz ab 1300m, in Skandinavien nördlich des  61. Breitengrafes (Verbreitungsgrenze der Buche!) (nach: Michael/Hennih/Kreisel: Handbuch für Pilzfreunde Bd. I)

Verwechslungsmöglichkeit:
Vor allem mit dem Grünen, Weißen und Spitzhütigen Knollenblätterpilzen, besonders dann, wenn der Regen die Hüllreste  von der Hutoberfläche abgewaschen hat..

Sicheren  Schutz bietet nur die genaue Kenntnis der Knollenblätterpilze.



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