Kurzbeschreibung:
an feuchten und moorigen Stellen wachsender, vor allem trocken deutlich nach Maggi riechender Blätterpilz mit gelbrötlichem Hut und wenig farbloser, wässriger Milch.
Hut:
5-16cm breit; gelbrötlich, fleischockerlich, graurötlich, alt ledergelblich; feinschuppig-filzig: trocken, matt, ungezont; anfangs flach gewölbt, dann flach ausgebreitet-niedergedrückt bis trichterförmig; Rand nur anfangs eingerollt.

Blätter:
angewachsen, mit Zahn etwas am Stiel herablaufend; ziemlich gedrängt stehend; erst blass weißgelblich, dann rötlich ockergelb, bestäubt.
Stiel:
4-8cm lang, 1-2cm breit; dick, voll, später hohl; +/-zylindrisch; hutfarben, bereift, unten zottig.

Fleisch:
blass gelblich, weißlich gelb, starr, brüchig, im Alter mürbe, Geruch frisch schwach, getrocknet stark nach Maggi ( > „Maggipilz“) oder nach Liebstöckel; Geschmack mild.
Milch:
sehr spärlich, wässrig, mild, im Rachen leicht kratzend.
Sporenstaub:
rahmgelblich.

Wert:
Gilt getrocknet und fein zerrieben in kleiner Dosis als ausgezeichneter Würzpilz; als Gemüse oder gar roh jedoch wirkt er giftig und verursacht Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Die oft zitierte Regel „ Mild schmeckende Milchlinge sind essbar, scharf schmeckende können dagegen giftig sein“ trifft hier zu! Roh oder ohne entsprechende Behandlung zubereitete Pilze sind giftig. In Mitteleuropa wird immer wieder von Lactarius Vergiftungen (Vergiftungen mit Milchlingen) berichtet. Im Oktober 1949 gab es nach Michael/Hennig/kreisel: Handbuch f. Pilzfreunde Bd. I eine regelrechte Massenvergiftung von 418 Personen durch den Bruch-Reizker!

Die Giftwirkung ist der des Birken-Reizkers (Lactarius torminosus) ähnlich:
Für den scharfen Geschmack sind Terpene verantwortlich (in Pflanzen und ätherischen Ölen vorkommende bestimmte Kohlenwasserstoffe). In einigen Reizkern, z.B. dem Tannenreizker (Lactarius necator) wurden in Schweden z.T. hochwirksame Mutagene entdeckt (Mutagene haben Eigenschaften, die Mutationen bewirken können).
Der Birkenreizker enthält scharfharzige, terpentinoide Substanzen, welche die Vergiftung verursachen. Es kommt dabei zu einer gastrointestinalen Pilzintoxikation (Pilzvergiftung mit besonderer Auswirkung auf den Magen Dünndarm Bereich). Die gastrointestinale Schleimhaut wird dabei durch lokale Reizwirkung geschädigt.

Symptome:
Latenzzeit ½ - 3 Stunden, gastrointestinale Phase 1 2 7 Tage,
Bauchschmerzen, Koliken, oft choleraartige Durchfälle, Erbrechen; Azidose
(Störung des Säure Basen Gleichgewichts im Blut), Wadenkrämpfe,
Exsikkose (Austrocknung des Körpers in Folge Flüssigkeitsmangels) und
Schock als Folge der Durchfälle und des Erbrechens.

Nachweis:
durch Sporenbestimmung in Pilzresten, in Erbrochenem, im Stuhl.
Empfehlung: nur Milchlinge mit karottenroter oder roter Milch verzehren!
(Nach: Roth/Frank/Kormann: Giftpilze Pilzgifte, Nikol Verlagsgesellschaft)
Vorkommen:
Juli Oktober in moorigen, torfmoosreichen Kiefern-, Fichten- und Birkenwäldern, in Hoch und Zwischenmooren; im Flachland scheinbar an Birke, im Gebirge mehr an Fichte gebunden; nur auf sauren Böden, oft massenhaft; häufig außer in Kalkgebieten.

Verwechslungsmöglichkeit:
Durch seine Form, Farbe und seinen Geruch ist der Pilz gut zu erkennen.
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