Schmarotzer-Röhrling (Xerocomus parasiticus)                            

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Unterklasse: Aussensporer (Hymenomycetidae)
Ordnung: Röhrlinge (Boletales)
Familie: Röhrlinge (Boletaceae)
Gattung: Filzröhrlinge (Xerocomus)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00139
nicht essbar

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Kurzbeschreibung:
bräunlich-samtiger, Ziegenlippen ähnlicher, an Kartoffelbovisten parasitisch wachsender Röhrenpilz.

Hut:
anfangs halbkugelig, später polsterförmig oder flach gewölbt; bis 7cm breit; zuerst blaßolivgelb oder gelbgrau, dann bräunlich; matt, filzig, bei Trockenheit feldrig aufgerissen;

Röhren:
jung zitronen-, später goldgelb, alt bräunlich; bis 6mm lang, etwas herablaufend.

Poren:
zuerst blassgelb, später orangegelb, alt olivbräunlich, weit, eckig.

Stiel:
bis 7cm lang und 1cm dick; gelblich, bräunlichgelb; streifig-filzig; längsfaserig mit bräunlichen Schüppchen; zylindrisch und verbogen; zum Grund hin verjüngt, nach oben keulig verbreitert, meist mehrere Stiele aus einem Fruchtkörper des Wirtspilzes wachsend.

Fleisch:
im Hut graugelblich, im Stiel zitronengelblich; dick, fest, im Stiel fest und faserig;
Geruch unbedeutend, Geschmack mild und angenehm.

Sporenstaub:
olivbräunlich.

Wert:
kein Speisepilz nach Hans E. Laux: Der große Kosmos Pilzführer; essbar nach Michael, Hennig, Kreisel: Handbuch f. Pilzfreunde Bd. II. Nach Hennig wurde der Pilz nach reichlichem Vorkommen in Rangsdorf bei Berlin in Mengen gegessen ohne nachteilige Folgen, obwohl der Wirtspilz (Kartoffelbovist) giftig ist.

Vorkommen:
in feuchten bis an moorigen Laubwäldern, vor allem im Stieleichen-Birkenwald auf sauren Böden  (Sand, Torf) meist büschelig aus der Basis der Wirtspilze wachsend, in vielen Gebieten der Erde (Nordafrika, Südeuropa, südliches Skandinavien, in Japan und im östlichen Nordamerika, vom Flachland bis ins untere Bergland, in der ehemaligen DDR z. B. bis in 400m, in der Schweiz bis 900m, aber überall nur zerstreut und nicht in Trockengebieten; selten und schützenswert.

Interessantes:
Der Schmarotzer-Röhrling verändert seinen Wirtspilz ganz charakteristisch: Im jungen Stadium ist dem Wirtspilz noch nichts anzusehen - im fortgeschrittenen Stadium sind sie jedoch oft deutlich eingedellt  und faltig, im Inneren sind sie hohl und die sonst typische violett-schwarze Glebafarbe fehlt.

(Nach Michael, Hennig, Kreisel: Handbuch f. Pilzfreunde Bd. V.



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Schmarotzer-Röhrling

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