Pantherpilz

Pantherpilz (Amanita pantherina)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Wulstlinge (Amanitaceae)
Gattung: Wulstlinge, Streiflinge (Amanita)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00130
Stark giftig

► mehr Pilze


Kurzbeschreibung:
bräunlicher, gelbbräunlicher, auch graubräunlicher Pilz mit weißen Blättern, auf dem Hut mit vielen kleinen weißen Flöckchen, gerieftem Hutrand, ungeriefter Manschette und wulstig gerandeter Knolle.

Hut:
dünnfleischig; unterschiedlich braun – hellbraun, graubraun, braungelblich, im Gebirge auch schwarzbräunlich; mit vielen kleinen weißen Flöckchen (Hüllreste des Velum universale) besetzt, die +/- konzentrisch angeordnet sind und vom Regen leicht abgewaschen werden können; Hutrand +/- deutlich gerieft, besonders bei älteren Exemplaren; Oberhaut anfangs schmierig oder feucht, trocken glänzend, abziehbar; anfangs halbkugelig, dann flach ausgebreitet. 5-12 cm breit.

Blätter:
dicht stehend: frei, weich, weiß, am Stiel abgerundet.

Pantherpilz Rand

Stiel:
5-12 cm lang, bis 2 cm dick, weiß, schlank, feinfaserig-schuppig, anfangs ausgestopft, später hohl; am Grund mit wulstig gerandeter Knolle, darüber mitunter mit bis zu 3 schuppigen Gürtelzonen; Ring (Manschette) ungerieft, anfangs abstehend, dann hängend und schließlich anliegend.

Fleisch:
dünn, weich, weiß, Geruch schwach rettichartig, Geschmack schwach süßlich, mild.

Sporenstaub:
weiß.

Wert:
stark, mitunter auch tödlich giftig; verursacht jährlich zahlreiche +/- schwere Vergiftungen, die jedoch wegen der schnell eintretenden Wirkung des Giftes meist relativ schnell erkannt und behandelt werden können, so daß sie selten tödlich verlaufen. (s. unten: Die Gifte des Pantherpilzes und deren Wirkung!)

Pantherpilz Boden

Vorkommen:
Juli – Oktober in Laub- und Nadelwäldern, auf sauren und neutralen Böden; weit verbreitet, besonders in Sandgebieten; in Bergnadelwäldern wächst eine robustere Form – der Tannen-Pantherpilz (Amanita pantherina var. abietinum).

Verwechslungsmöglichkeiten:
Der Pantherpilz kann mit dem Grauen Wulstling (Amanita exelsa) oder auch dem Perlpilz (Amanita rubescens) verwechselt werden.

Pantherpilz Gruppe

Die Gifte des Pantherpilzes und deren Wirkung:

Hauptbestandteil ist die Ibotensäure, deren Decarboxylierungsprodukt das schwach insektizid wirkende Muszimol ist und die eine atropierende Vergiftung verursacht. Die wirksamen Gifte des Pantherpilzes sind noch nicht völlig bekannt.

Wirkungsweise:  Der Pantherpilz hat eine stärkere drogenartige Wirkung als der Fliegenpilz

(Amanita muscaria). Der halluzinogene Effekt ist offensichtlich angenehmer als beim Fliegenpilz. In manchen Gegenden Frankreichs, Italiens, der USA und Rußlands werden Pantherpilze auch regelmäßig als Speisepilze verzehrt. Vermutlich handelt es sich hier um toxinärmere Variationen. Man kann die psychotrope Wirkung auch durch Rauchen der getrockneten Huthaut oder des getrockneten Pilzkörpers erreichen.

Toxizität:

Die tödliche Menge Gift für einen Erwachsenen befindet sich in über 100g Frischpilze. Ca. 6,6% aller Pilzvergiftungen werden vom Pantherpilz verursacht, 1-2% davon verlaufen tödlich.

Nachweis:  Sporenbestimmung in Pilzresten, Erbrochenem oder Stuhl.

Symptome:

Latenzzeit ca. ½ Stunde

Magen-Darm-Trakt: Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall (nicht immer)

Parasympathikus: verlangsamter regelmäßiger oder unregelmäßiger Herzschlag (<60/min), Speichelfluß, seltener Schweißausbrüche, mitunter Pupillenverengung.

Sympathikus: beschleunigter Herzschlag (>100/min), trockene und warme Haut, Pupillenerweiterung, Herz – Rhythmusstörungen, Darmverschluß.

Zentralnervensystem: Schwindel, Benommenheit, Unruhe, Angstgefühl, Störung der Bewegungsabläufe (unkoordinierte Bewegungsabläufe), Delirium, Rausch mit Halluzinationen, starker Erregungszustand (Schreien, Singen, Tanzen, Tobsuchtsanfälle, Euphorie, Depression, Muskelkrämpfe, Lähmungen).

In schweren Fällen Übergang ins Koma. Gefahr der Atemlähmung und des Kreislaufversagens.

Nach ca. 10 – 15 Stunden klingen die Symptome ab.

(nachzulesen in: Roth/Frank/Kormann: Giftpilze Pilzgifte, Nikol Verlagsgesellschaft mbH & KG , Hamburg, S.43/44)



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Pantherpilz

Natur-Lexikon.com