Nebelgrauer Trichterling (Lepista nebularis)
syn. Graukappe, Herbstblattl, Nebelgrauer Röteltrichterling (Clitocybe nebularis)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Tintlingsartige (Coprinaceae)
Gattung:
Trichterlinge (Cliticybe)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00102
essbar
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Kurzbeschreibung:
großer, auffälliger Blätterpilz des herbstlichen Laub- und Nadelwaldes mit grauem, z.T bereiftem Hut, kräftigem Stiel und +/- aufdringlich süßlichem Geruch.

Hut:
5-20cm breit, grau, dunkelgrau, graubraun, gelblichgrau; trocken heller, feucht dunkler; mitunter auch fast weiß; kahl, glatt; in reiferem Zustand oft mit weißem, schimmelartigem, filzigem, abwischbarem Reif überzogen; zuerst stark gewölbt mit eingerolltem Rand, oft leicht buckelig, später flach und ausgebreitet oder trichterförmig mit verbogenem oder welligem Rand; derb und in der Mitte dickfleischig.

Blätter:
schmal und dicht stehend, am Stiel kurz herablaufend; blaßgelblich; leicht ablösbar.

Stiel:
voll, kräftig, später locker markig oder hohl; 5-10cm hoch, bis 4cm breit; nach unten verstärkt; weißlich oder hellgrau; oft faserig gerillt; an der Basis oft durch watteartig wucherndes Myzel mit der Erde oder Pflanzenresten verbunden.

Fleisch:
jung weiß, fest, dick, dann allmählich weich; Geruch aufdringlich süßlich und mehlartig, Geschmack säuerlich mild.

Sporenstaub:
weiß.

Wert:
wegen seiner Größe und Häufigkeit sehr ergiebig, aber nicht immer bekömmlich. Auch mag nicht Jeder den Geschmack. Vorheriges Abkochen ist angebracht.

Der Pilz wird von manchen Mykologen als roh giftig bezeichnet. Die unbekannten Gifte sind hitzebeständig und rufen Störungen im Magen-Darm-Trakt hervor.

Symptome:
Wenige Minuten bis 24 Stunden nach Verzehr der Pilze: Übelkeit, Völlegefühl, Brechreiz, Durchfall. Nach 2-3 Tagen auch ohne Therapie Beschwerdefreiheit möglich. (Nach: Roth, Frank, Kormann: Giftpilze-Pilzgifte; Nikol Verlagsgesellschaft mbH, Hamburg)

Vorkommen:
September bis November im Laub- und Nadelwald in Gruppen oder Ringen, sehr häufig. Der Pilz ist ein Streu- und Rohhumuszersetzer und bildet Weißfäulehumus.

Verwechslungsmöglichkeit:
Mit dem sehr ähnlichen und stark giftigen, aber mehr in Süddeutschland und schon im August wachsenden Riesenrötling (Entoloma eulividum), der ebenfalls nach Mehl, aber nicht süßlich riecht und dessen Lamellen jung gelblich, in der Reife rosa gefärbt sind. Der Riesenrötling hat schon Todesfälle verursacht.



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Nebelgrauer Trichterling

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