Riesenbovist

Riesenbovist (Langermannia gigantea)                            

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Lycoperdales
Familie: Stäublinge (Lycoperdaceae)
Gattung: Riesenboviste (Langermannia)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00095
jung essbar

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Kurzbeschreibung:
mitunter sehr großer und schwerer runder oder abgeflachter, weißlicher bis bräunlicher Pilz auf nährstoffreichen Standorten.

Fruchtkörper:
sehr groß, 10 bis 60cm breit und hoch und mitunter bis 25kg schwer, rund oder abgeflacht; jung und noch lange Zeit später weißlich oder cremeweiß, glatt, fein lederartig; allmählich graugelb, gelbbräunlich und schließlich braun und gefeldert; anfangs fest, später immer weicher; stiellos, am Grunde gefurcht und mit schnurartigen Myzel-Strängen, alt vom Myzel gelöst und umher rollend; äußere Hülle (Exoperidie) immer ohne Stacheln oder Warzen; innere Hülle (Endeperidie) dünnhäutig (ca. 3mm stark), sehr zerbrechlich, von weiß über gelb bis schließlich graugelb oder grau verfärbend und allmählich unregelmäßig zerfallend, so daß nur der untere Teil, ähnlich einem Becher, stehenbleibt – mitunter bis zum folgenden Frühjahr.

Fruchtmasse (Gleba):
anfangs weiß, fest, trocken, dann allmählich immer lockerer und watteartig pulvrig, grüngelblich, auch feucht breiig; alt durch die Sporen olivbraun, Geruch unangenehm bis widerlich, älter harnartig, Geschmack mild oder fade.

Sporenstaub:
je nach Reifegrad oliv- bis graubraun.

Wert:
jung und wenn noch fest, weiß und knackig wohlschmeckend, wenn man die Haut abzieht, den Pilz in Scheiben schneidet, gut würzt, panniert und wie Schnitzel oder mit Ei wie Hirn brät. Ein Fruchtkörper kann für eine mehrköpfige Familie reichen. Sobald jedoch die Fruchtmasse beginnt, sich gelb zu verfärben, wird der Pilz bitter und ungenießbar. Nach Michael/Hennig/Kreisel: Handbuch für Pilzfreunde, Bd. II, ist der Pilz für manche Personen ungenießbar. In anderen Pilzbüchern – DER GROSSE KOSMOS – NATURFÜHRER PILZE; Der neue Kosmos PILZATLAS; BLV Handbuch PILZE – findet man diesen Hinweis jedoch nicht.

Riesenbovist Querschnitt

Vorkommen:
Juni bis Oktober vor allem auf nährstoffreichen (stickstoffreichen) Böden wie Viehweiden, Feldraine, Gärten, Rieselfeldern, mitunter auch in lichten Laubwäldern mit Auwaldcharakter (Erlen – Eschen), einzeln oder in Gruppen, verbreitet im Flachland, zerstreut oder selten im Hügel- oder unteren Bergland; vom Mittelmeergebiet bis Südskandinavien.

Verwechslungsmöglichkeit:
Wegen seiner Größe kann er kaum mit anderen Bovisten verwechselt werden. Größere junge und weiße Exemplare können jedoch auf größere Entfernungen für ruhende Gänse oder Schwäne gehalten werden.



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