Spechttintling, Elsterntintling (Coprinus picaceus)

Klasse Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Tintlingsartige (Coprinaceae)
Gattung: Tintlinge (Coprinus)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00094

ungenießbar

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Kurzbeschreibung:
recht stattlicher Pilz mit weißem Stiel, braunschwarzem und mit großen weißlichen Flocken besetztem Hut, der zusammen mit den Lamellen im Alter tintenähnlich zerfließt.

Hut:
ganz jung weißlich, allmählich aufbrechend und auf dunkelbräunlichem oder schwarzbräunlichem Grund mit großen weißlichen, faserigen Flocken besetzt (den Resten des Velums), die schließlich abfließen und dem Pilz ein specht- oder elsternähnliches Aussehen verleihen; an flockenlosen Stellen ist die Hutriefung durch die durchscheinenden Lamellen gut sichtbar; anfangs ei- bis walzenförmig, später glockig; Hutrand zur Reife aufgebogen; 4-10cm hoch, bis 8cm breit; Hutrand und Lamellen zerfließen schließlich tintenartig und tropfen zu Boden.

Blätter:
frei, dichtstehend, schwachbauchig, anfangs grauweißlich und mit leicht flockiger Schneide, dann rosa und schließlich schwarz und tintenartig zerfließend.

Stiel:
weißlich; über der leicht knolligen Basis schwach schuppig oder feinfaserig; aufwärts verjüngt; hohl, zerbrechlich, 15-20cm hoch, bis 2cm breit.

Fleisch:
dünn, brüchig, weißlich; Geruch unangenehm, im Alter teerähnlich, Geschmack ebenfalls unangenehm.

Sporenstaub:
schwarz.

Wert:
minderwertig, kein Speisepilz.

Vorkommen:
Juni – Oktober (November) am Boden von humusreichen Laubwäldern, bes. Buchen, aber auch im Nadelwald, auf neutralen und kalkhaltigen, seltener auf sauren Böden, einzeln bis gesellig, nach Michael/Hennig/Kreisel: Handbuch für Pilzfreunde, Bd. IV verbreitet in Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Thüringer Becken, ansonsten zerstreut, im Mittel- und Hochgebirge fehlend.

Verwechslungsmöglichkeit:
wegen der Hutflocken ist der Pilz nicht zu verwechseln.

Interessantes:
Von den ca. 90 Arten der Gattung Tintlinge (Coprinus) zerfließen alle bis auf wenige Ausnahmen im Alter tintenartig. Dieser Vorgang der Selbstzersetzung wird Autolyse genannt. In der tintenähnlichen, recht farbintensiven Flüssigkeit befinden sich die Sporen, die mit der Flüssigkeit zu Boden tropfen und somit für die Erhaltung und Weiterverbreitung der Art sorgen.



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Spechttintling

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