Echter Zunderschwamm (Fomes fomentarius)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung:
Nichtblätterpilze (Aphyllophorales)
Familie: Porlinge (Polyporaceae)
Gattung:
Zunderschwämme (Fomes)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00093
ungenießbar

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Zunderschwamm

Kurzbeschreibung:
umgekehrt konsolen-, hut- oder hufförmiger, grauer, ausdauernder Fruchtkörper vor allem an Buche und Birke.

Fruchtkörper:
jung lehmbräunlich, bräunlich, später grau bis rußiggrau, schließlich schwärzlich; farblich häufig der Buchenrinde ähnlich; hut-, huf- oder umgekehrt konsolemförmig, 10 – 30 (50)cm breit, bis 15cm hoch und bis ca. 20cm vom Substrat abstehend; Oberfläche krustig fest; Kruste ca. 1-2mm stark; unregelmäßig konzentrisch gefurcht; Rand grau bereift, dann rostfuchsig, stumpf; Ringfurchen und Röhrenschichten entsprechen nicht jährlichen Wachstumsringen, sondern Wachstumsperioden, von denen es mehrere im Jahr geben kann. Die Unterseite ist flach, recht eben und trägt die Röhrenschicht.

Echter Zunderschwamm

Röhren:
braun oder rostbraun, sehr hart, fest miteinander verwachsen, Mündungen sehr fein, rundlich und graubereift; in jeder Wachstumsperiode wächst eine bis 1cm dicke neue Röhrenschicht hinzu, so daß schließlich mehrere Röhrenschichten übereinander liegen mit einer Gesamtdicke bis zu 12cm.

Fruchtkörperfleisch (Trama):
rostbraun, wergartig, weich, zäh.

Sporenstaub:
gelblich, die Sporen werden von April bis Juni ausgetreut.

Vorkommen:
ganzjahrig (mehrjährig) als Saprophyt oder Schwächeparasit an lebenden Stämmen von Rotbuche, Birke, Erle, Ahorn, selten an Stümpfen, verursacht Weißfäule.
Recht häufiger Pilz, im Rheingebiet und westlich davon jedoch selten (nach: Michael/Hennig/ Kreisel: Handbuch für Pilzfreunde, Bd.1)

Verwechlungsmöglichkeiten:
Mit anderen ähnlichen Porlingen und Lackporlingen.

Interessantes:
Der Zunderschwamm war früher Rohstoff für eine ganze Reihe von Produkten:

Aus dem Fruchtkörperfleisch unter der harten Kruste wurde Zunder gewonnen. Man löste die Zunderschicht von der Kruste und den Röhrenschichten, schnitt sie in Scheiben, kochte und trocknete sie, dann klopfte man sie weich zu geschmeidigen, zähen Platten, die man mit Salpeter tränkte und danach erneut trocknete. Die Funken eines Feuersteins brachten diesen Zunder schnell und für längere Zeit zum Glimmen. Feuersteine und Zunder verwahrte man in kleineren Zunderdosen und trug sie mit sich herum – an Stelle von Streichhölzern, die erst später erfunden wurden.

Aus dem Kern geschnittene Scheiben verarbeitet man zu juchtenlederähnlichem Material, aus welchem man Bekleidungsstücke, Glace‘- Handschuhe, Wundverbände u.a. herstellte. In Bayern gab es dafür die so genannten „Zundelmachereien“. Selbst Trinkgefäße wurden aus dem Pilz hergstellt.

Heute gibt es noch Gegenden, in denen aus Zunder Hüte hergestellt werden.



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Zunderschwamm

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