Tubifera ferruginosa (Es existiert kein deutscher Name)

Klasse: Schleimpilze (Myxomycetes)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00090
ungenießbar

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Tubifera

Kurzbeschreibung:
schmierig schleimiger, glänzender, rötlicher, unregelmäßig geformter flächiger Pilz an Totholz oder am Boden.

Fruchtkörper:
orange, rosa oder zinnoberrot, oft in erdbeerähnlichen Klümpchen, 1-5cm Durchmesser, 0,3-5mm hoch, häufig mit heller glänzender Kriechspur.

Wert:
ungenießbar.

Vorkommen:
Mai – August/September auf Totholz von Laub- und Nadelbäumen, auch auf Blättern und Nadeln am Boden, häufig und verbreitet.

Verwechslungsmöglichkeit:
keine

Interessantes:
Schleimpilze sind Pilze, die aus einer einzigen Zelle – dem Plasmodium – bestehen. Dieses Plasmodium ist ein amöboid beweglicher, zellwandloser, vielkerniger, nicht zellulär gegliederter Organismus, in dem Milliarden Zellkerne in andauerndem Rhythmus hin und her strömen und sich synchron verdoppeln. Sie entstehen aus Sporen und sind mikroskopisch klein. In der Fortpflanzungsphase schließen sie sich zu Plasmamassen oder Fruchtkörpern zusammen. Scheinfüßchen (Pseudopodien = füßchenförmige, längliche, dünne Zellfortsätze), die innerhalb weniger Minuten aus dem Plasma ausgestülpt oder auch wieder in das Plasma eingezogen werden können, ermöglichen dem Plasmodium eine freie vertikale und horizontale Fortbewegung, die abhängig ist von Temperatur, Ionenkonzentration, pH-Wert-Änderungen usw.. Das kriechende Plasma ernährt sich von Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilzsporen und hinterläßt meist auf dem Substrat eine weißliche, glänzende Kriechspur mit Speiseresten. Das Kriechstadium mündet schließlich in ein ortsgebundenes Stadium mit Fruchtkörperbildung, in welchem die zur Weiterverbreitung notwendigen Sporen entstehen.

Schleimpilze werden mitunter in zoologischen Lehrbüchern auch als Tiere behandelt.

Japanische Wissenschaftler in Nagoya haben folgenden Versuch unternommen:
Durch ein entsprechend gestaltetes Labyrinth führten vier verschieden lange Wege, an deren Ein- und Ausgänge sie Haferflocken plazierten, um zu sehen, welchen Weg die Schleimpilze nehmen würden, um an die Haferflocken zu kommen.
Es zeigte sich, daß die Pilze den kürzest-möglichen Weg nahmen und dabei das Plasmodium noch seine Form veränderte, um sich effektiv im Labyrinth zu bewegen.

Fazit der Wissenschaftler:
„Dieser bemerkenswerte Prozeß von zellularer Berechnungstätigkeit impliziert, dass zellulares Material eine gewisse primitive Intelligenz aufweisen kann.“

(nachzulesen: http:/www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/8813/1.html)

Literatur:
Gerrit.J. Keizer: PILZE – ENZYKLOPÄDIE, Edition Dörfler im NEBEL – VERLAG GmbH, Eggolsheim
Heinrich Dörfelt (Herausgeber): BI – LEXIKON Mykologie – Pilzkunde, VEB BIBLIOGRAFISCHES INSTITUT LEIPZIG 1988
Heinrich Dörfelt/Herbert Görner: Die Welt der Pilze, Urania – Verlag Leipzig. Jena. Berlin. 1989



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Tubifera ferruginosa

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