Gelbe Lohblüte (Fuligo septica)

Klasse: Schleimpilze (Myxomycetes)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00089
ungenießbar

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Gelbe Lohblüte

Kurzbeschreibung:
+/- kräftig gelblicher, schmierig schleimiger, flächiger, unregelmäßiger Pilz auf Totholz und am Boden.

Fruchtkörper:
unregelmäßig, kissenförmig, flächig, oft mit deutlicher weißlicher und glänzender Kriechspur; 2-13cm Durchmesser, 0,5-3cm hoch; schmierig schleimig, älter trocken, zerbrechlich – spröde und rauh, grün- oder zitronengelb, auch ockerfarben.

Wert:
ungenießbar

Vorkommen:
Juni – August/September, häufig an Totholz und anderen Substraten.

Verwechslungsmöglichkeit:
keine

Interessantes:
Schleimpilze sind Pilze, die aus einer einzigen Zelle – dem Plasmodium – bestehen. Dieses Plasmodium ist ein amöboid beweglicher, zellwandloser, vielkerniger, nicht zellulär gegliederter Organismus, in dem Milliarden Zellkerne in andauerndem Rhythmus hin und her strömen und sich synchron verdoppeln. Sie entstehen aus Sporen und sind mikroskopisch klein. In der Fortpflanzungsphase schließen sie sich zu Plasmamassen oder Fruchtkörpern zusammen. Scheinfüßchen (Pseudopodien = füßchenförmige, längliche, dünne Zellfortsätze), die innerhalb weniger Minuten aus dem Plasma ausgestülpt oder auch wieder in das Plasma eingezogen werden können, ermöglichen dem Plasmodium eine freie vertikale und horizontale Fortbewegung, die abhängig ist von Temperatur, Ionenkonzentration, pH-Wert-Änderungen usw..

Das kriechende Plasma ernährt sich von Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilzsporen und hinterläßt meist auf dem Substrat eine weißliche, glänzende Kriechspur mit Speiseresten. Das Kriechstadium mündet schließlich in ein ortsgebundenes Stadium mit Fruchtkörperbildung, in welchem die zur Weiterverbreitung notwendigen Sporen entstehen.

Schleimpilze werden mitunter in zoologischen Lehrbüchern auch als Tiere behandelt.

Japanische Wissenschaftler in Nagoya haben folgenden Versuch unternommen:
Durch ein entsprechend gestaltetes Labyrinth führten vier verschieden lange Wege, an deren Ein- und Ausgänge sie Haferflocken plazierten, um zu sehen, welchen Weg die Schleimpilze nehmen würden, um an die Haferflocken zu kommen.
Es zeigte sich, daß die Pilze den kürzest-möglichen Weg nahmen und dabei das Plasmodium noch seine Form veränderte, um sich effektiv im Labyrinth zu bewegen.
Fazit der Wissenschaftler:
„Dieser bemerkenswerte Prozeß von zellularer Berechnungstätigkeit impliziert, dass zellulares Material eine gewisse primitive Intelligenz aufweisen kann.“
(nachzulesen: http:/www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/8813/1.html)



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