Grünblättriger Schwefelkopf (Hypholoma fasciculare)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales
Familie: Schuppenpilzartige (Strophariaceae)
Gattung: Schwefelköpfe (Hypholoma)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de

Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00072
giftig

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Kurzbeschreibung:
in z.T. großen Büscheln wachsender kleinerer Blätterpilz an alten Stubben mit schwefelgelbem Hut und Stiel, gelbgrünlichen Lamellen und sehr bitterem Geschmack.

Hut:
dünnfleischig, 3 – 7cm breit; am ungerieften Rand schwefelgelblich, zur Mitte hin rötlich – fuchsig; anfangs halbkugelig, später ausgebreitet, häufig in der Mitte gebuckelt; im ganz jungen Stadium durch einen gelben, faserig häutigen, vergänglichen Schleier geschlossen, der oft als weißlicher flockiger Saum den Rand umgibt; Oberfläche glatt, nicht klebrig.

Blätter:
anfangs schwefelgelb, dann grünlich-gelb, schließlich schmutzig grungelblich oder olivgrün, durch Sporenstaub dunkler gefärbt., etwas durchfeuchtet; gedrängt und schmal, ausgebuchtet.

Stiel:
5 – 10cm hoch, 3 – 7mm dick; oben mehr schwefelgelb, nach unten zunehmend rostfarben und faserig; gleichmäßig zylindrisch; oft verbogen, büschelig mit anderen Stielen verwachsen.

Fleisch:
dünn; schwefelgelb; im Stiel leicht bräunlich; Geruch etwas dumpf (unterschiedliche Angaben), Geschmack sehr bitter.

Sporenstaub:
schokoladenbraun.

Wert:
Giftig! Außerdem auch nach Erhitzen noch sehr bitter und ungenießbar.

Im Pilz wurden verschiedene Triterpene, sogenannte Fasciculole, gefunden, außerdem verschieden weitere Gifte, deren Gefährlichkeit für den Menschen noch nicht hinreichend bekannt ist.

Der Pilz wirkt beim Menschen auf den Magen und Dünndarm (gastrointestinal) durch eine Reizung der gastrointestinalen Schleimhaut und löst Erbrechen und Durchfälle aus (gastrointestinale Pilzintoxikation).

Symptome: nach ca. 30 Minuten bis zu 3 Stunden setzen 1-2-7 Tage dauernde Bauchschmerzen, -koliken, Erbrechen und Durchfälle ein, als Folge der Brechdurchfälle eine Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut (Azidose), Austrocknung des Körpers durch den großen Flüssigkeitsverlust (Exsikose), Wadenkrämpfe und Schock.
(nach: Roth/Frank/Kormann: Giftpilze – Pilzgifte, Nikol Verlagsgesellschaft Hamburg)

Die Giftigkeit wird von den verschiedenen Pilzbuchautoren verschieden bewertet: Michael/Hennig/Kreisel (Handbuch f. Pilzfreunde) und Hans E. Laux (Der neue Kosmos PilzAtlas) werten ihn als stark giftig und führen Todesfälle an; R. Phillips (Der große Kosmos Naturführer Pilze) bewertet ihn als giftig ohne weitere Erläuterungen, Dähncke (700 Pilze in Fotos) als nur schwach giftig, E. Gerhardt (BLV Handbuch Pilze) bemerkt, daß der Pilz keinesfalls so giftig ist, wie noch vor einigen Jahren angenommen. Ähnlich bewerten Roth/ Frank/ Kormann (Giftpilze – Pilzgifte): schwach giftig bis giftig.

Vorkommen:
Vom Frühjahr (Mai) bis Herbst (November) an Stubben, Wurzeln, liegenden Stämmen von Laub- und Nadelholz, besonders an Kiefer, Rotbuche, Weißbuche, Weide, Eiche, Birke. u.a., oft in großen Mengen, sehr häufig.

Verwechslungsmöglichkeiten:

1. Mit dem essbaren und vor allem an Nadelholz wachsenden Rauchblättrigen Schwefelkopf (Hypholoma capnoides), dessen Lamellen grau und nicht gelbgrün gefärbt sind und der mild schmeckt.

2. Mit dem schwach giftigen Ziegelroten Schwefelkopf (Hypholoma sublateritium), der dem Grünblättrigen Schwefelkopf sehr ähnlich sieht, jedoch mild schmeckt. (Vorsicht beim Kosten: nur kleine Stücke ganz vorn an der Zungenspitze kauen ohne zu schlucken!)

3. Mit dem sehr guten Stockschwämmchen (Kuehneromyces mutabilis)



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Grünblättriger Schwefelkopf

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