Glimmertintling

Glimmertintling (Coprinus micaceus)

Klasse Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Tintlingsartige (Coprinaceae)
Gattung: Tintlinge (Coprinus)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00071

essbar, in Verbindung mit Alkohol giftig

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Kurzbeschreibung:
kleiner, in Büscheln an morschem Holz von Laubbäumen wachsender Pilz mit gelbbraunem und mit glimmerig glitzernden Schüppchen besetztem Hut und erst weißen, später schwärzlich zerfließendem Lamellen.

Hut:
bis 3cm breit und 2,5cm hoch; gelbbraun mit brauner Mitte; trocken heller, feucht dunkler erscheinend; anfangs mit glitzernden, glimmrigen, kleinen Schüppchen besetzt, die schnell vergehen; anfangs fast bis zum Scheitel gerieft,; später bis zum Scheitel faltig gefurcht; jung eiförmig glockig, allmählich glockig oder kegelig glockig, alt ausgebreitet, im Alter grauschwarzbraun , schließlich mit Lamellen tintenartig schwarz zerfließend.

Blätter:
abgerundet angeheftet, gedrängt, nach beiden Enden hin verschmälert, Schneiden flockig; zuerst weißlich bis gelblich weiß, dann graubraun bis graulila; alt mit Hut schwarz zerfließend.

Stiel:
bis 10 (15)cm hoch und 5mm dick; röhrig hohl; zylindrisch; zerbrechlich, weiß, anfangs feinflockig überzogen, später kahl; seidig glänzend, aufwärts schwach verjüngt.

Glimmertintling

Fleisch:
dünn, weißlich, im Stiel ocker, Geruch und Geschmack unauffällig.

Sporenpulver:
braun bis schwarz

Wert:
jung ein schmackhafter Suppenpilz, mit Alkohol genossen jedoch giftig. (nach Michael/Hennig/Kreisel: Handbuch f. Pilzfreunde, Bd. I )

Der Pilz (wie auch einige andere Tintlinge – z.B. der Graue Faltentintling – Coprinus atramentarius) enthält wahrscheinlich das Gift Coprin, das den Abbau von Acetaldehyd hemmt, welches sich im Blut anreichert und die Vergiftungserscheinungen hervorruft. Darum sollte man bis zu 3 Tagen nach dem Verzehr von Glimmertintlingen keinen Alkohol trinken, auch keinen Weinessig, keine Alkohol enthaltenden Medikamente (Hustensaft usw.) einnehmen, selbst Rasierwasser u.ä. soll bei entsprechend sensibilisierten Personen Vergiftungserscheinungen bewirken.

Symptome:
nach wenigen Minuten bis zu einigen Stunden kommt es zu Hitzegefühl, Gesichtsröte, Rötung der Bindehaut, Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Schweißausbruch, Atemnot, Krämpfe, Herzjagen (Beschleunigung der Herzfrequenz >100 – Tachykardie), Schock.

Hilfe:
Arzt verständigen, viel Flüssigkeit verabreichen (Tee, Himbeersaft usw.), Erbrechen herbeiführen.

Hinweis:
Es soll bei einigen Personen nach dem Genuß von Kaffe nach einer Tintlingsmahlzeit zu Vergiftungserscheinungen gekommen sein.

(nach: Roth/Frank/Kormann: Giftpilze – Pilzgifte, Nikol Verlagsgesellschaft Hamburg)

Vorkommen:
Mai bis November in dicken Büscheln an oder neben abgestorbenen Laubbäumen (Stubben, liegende Stämme usw.), besonders von Buche, Esche, Erle, Ulme, Kastanie u.a., in Parks und Gärten, häufig, im Flach und Hügelland, fruktifiziert oft mehrmals im Jahr am gleichen Baumstamm oder Stubben.

Interessantes:
Die herabtropfende tintenähnliche Flüssigkeit enthält die Sporen. Auf diese Weise verbreitet sich der Pilz. Dieser Zersetzungsvorgang wird als Autolyse (Selbstzersetzung) bezeichnet.



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