Speisetäubling

Speise – Täubling (Russula vesca)
syn. Fleischroter Täubling

Klasse Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Sprödblättler (Russulales)
Familie: Täublinge (Russulaceae)
Gattung: Täublinge (Russula)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00064
essbar, sehr gut

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Kurzbeschreibung:
fleischrötlicher Blätterpilz mit engstehenden weißen, oft rostfleckigen Blättern, meist spitz zulaufendem Stiel und mild schmeckendem Fleisch.

Hut:
zuerst halbkugelig, dann gewölbt niedergedrückt, mitunter auch trichterförmig vertieft; mattviolett – braunrot, fleischfarben – rosabräunlich, aber auch mit olivbraunen, lila oder grünlichen Farbtönen, später ausblassend; feucht schmierig – glänzend, jedoch kaum oder gar nicht klebrig, trocken matt; recht festfleischig, am Rand im Alter schwach gerieft; Huthaut am Rande etwas zurückgezogen, so daß die Blätter leicht überstehen, Huthaut bis zur Mitte abziehbar, 6 – 10cm breit.

Blätter:
dicht stehend, angewachsen, leicht herablaufend, kaum splitternd, weiß, Schneiden oft rostfleckig.

Stiel:
weißlich, im Alter rostfleckig; leicht netzig gerunzelt oder feingestreift; zylindrisch, mitunter nach unten kegelig verjüngt, aber auch bauchig; fest, voll; 3 – 8cm lang, bis 3cm dick.

Fleisch:
fest, kernig, weiß, nur in der Stielrinde im Alter blassgrau; Geruch unauffällig, Geschmack angenehm nußartig süßlich; nach Michael/Hennig/ Kreisel: Handbuch für Pilzfreunde Bd. V kann der Pilz auch roh mit Salz auf Brot gegessen werden.

Sporenstaub:
weiß.

Wert:
ein sehr wohlschmeckender Pilz und einer der besten Täublinge, gleichwohl geeignet zum Kochen, Braten, Einmachen, Einsalzen usw.

Vorkommen:
Juni – Oktober im Laub- und Nadelwald, unter Eichen, Rotbuchen, Kiefern, Fichten, bevorzugt Sand- und Silikatböden, meidet reine Kalkböden, häufig und weitverbreitet in ganz Europa, sowohl im Flachland als auch im Hochgebirge.

Verwechslungsmöglichkeiten:
mit anderen, ähnlich gefärbten milden und auch scharfen Täublingen.

Wissenswertes:
Täublinge sind Mykorrhizapilze, sie leben mit bestimmten Bäumen oder Pflanzen in Symbiose, vor allem mit Birke, Buche, Eiche, Fichte usw..
In Europa gibt es schätzungsweise 160 – 170 Täublingsarten, weltweit ca. 270.
Es gibt mild-, bitter- oder z.T. brennend scharf schmeckende Täublinge.
Grundsätzlich gilt die Regel: Mild schmeckende Täublinge sind eßbar und z.T. sehr schmackhaft (Speisetäubling!)!

Scharf und bitter schmeckende Täublinge sind in Europa vermutlich nicht giftig, aber ungenießbar, einige von ihnen sind jedoch nach besonderer Zubereitung essbar (wie scharfe Milchlinge). Genauere Rezepte sind zu finden in:
- Pilzzeitschrift „Der Tintling“, Heft 2/2003, S. 19/20
- Michael/Hennig/Kreisel: Handbuch f. Pilzfreunde, Gustav – Fischer – Verlag, Bd. I ,
S. 41 – 43 und etwas kürzer in Bd. V, S. 73.

Man sollte Täublinge im Allgemeinen – auch mild schmeckende – nicht roh essen.

Die z.T. recht kräftigen Farben der Täublinge sind ein Gemisch von Pteridinen und somit dem Farbstoff der Schmetterlingsflügel verwandt. Pteridine leiten sich aus Bestandteilen der Nukleinsäuren ab und sind wasserlöslich. Die Wasserlöslichkeit der Hutfarbe und die dadurch verursachten Farbveränderungen erschweren die Bestimmung von Täublingen erheblich. Ohne Bestimmung der Farbe des Sporenstaubes und der mikroskopischen Beurteilung der Sporen ist eine genaue Bestimmung der Täublinge häufig kaum möglich.
(nach: Michael/Hennig/Kreisel. Handbuch für Pilzfreunde Bd. V, Gustav- Fischer Verlag)



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