Flockenstieliger Hexenröhrling syn. Schusterpilz
(Boletus erythropus)

Klasse Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung Boletales
Familie: Röhrlinge (Boletaceae)
Gattung: Dickröhrlinge (Boletus)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00062

essbar, roh giftig

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Kurzbeschreibung:
auffälliger, stattlicher Röhrenpilz mit dunkelbraunem, samtigem Hut; dunkelroten Röhrenmündungen; gelbem, rotflockigem Stiel und im Schnitt sofort grünblauendem Fleisch.

Hut:
dickfleischig, fest; hellbraun, olivbraun, dunkelbraun oder schwarzbraun; trocken samtig oder feinfilzig, feucht klebrig – schmierig, alt kahl und glänzend; anfangs halbkugelig, dann
polsterförmig gewölbt; Hutrand überragt leicht die Röhren; 8 – 20cm breit.

Röhren:
am Stiel ausgebuchtet angewachsen; grünlichgelb; 1 – 3cm lang; bei Druck sofort dunkelblau oder schwarzblau verfärbend; Mündungen eng, rundlich und kräftig orange bis dunkelrot.

Stiel:
anfangs bauchig, später gestreckt; voll, fest; auf gelbem Grund dicht mit kleinen orange- oder karminroten Flöckchen besetzt oder punktiert; am Grund mehr gelblichgrau oder gelbbräunlich; 5 – 12cm lang, 2 – 4cm breit; bei Druck ebenfalls schnell dunkel verfärbend.

Fleisch:
zuerst fest, derb, dann allmählich weicher; gelblich, beim Durchschneiden oder Brechen in beeindruckender Weise sofort dunkelgrünblau anlaufend, jedoch nach einiger Zeit wieder verblassend und graubläulich werdend; an Madenfraßstellen leicht rötlich gefärbt.
Geschmack mild und angenehm, Geruch unauffällig.

Sporenpulver:
olivgrün.

Wert:
Eßbar, roh jedoch giftig! Geschätzter Speisepilz, der oft dem Steinpilz gleich gesetzt wird. Roh sollte man den Pilz jedoch nicht verzehren. Die nichtstabilen giftigen Wirkstoffe (das Phenol „Involutin“, über dessen Giftigkeit nichts bekannt ist) werden bei der Zubereitung durch Hitze zerstört, trotzdem sind in seltenen Fällen Darmstörungen aufgetreten. Man sollte außerdem auf Alkohol während und nach einer Hexenröhrlingsmahlzeit verzichten.

Die Giftigkeit im rohen Zustand ist nicht in allen – auch nicht in allen aktuellen – Pilzbüchern erwähnt!

Vorkommen:
Mai bis Oktober im Laub- und Nadelwald, im Flachland vor allem unter Eichen und Rotbuchen, im Bergland hingegen vor allem unter Fichten und Tannen; besonders auf neutralen und sauren Böden, nicht jedoch über Kalk.

Verwechslungsmöglichkeit:
Sehr ähnlich in Farbe und Habitus ist der Netzstielige Hexen – Röhrling (Boletus luridus), der ebenso rasch und dunkel im Schnitt anläuft, dessen Stiel aber deutlich von einem orangeroten bis purpurfarbenen Netz überzogen ist. Auch der Netzstielige Hexen - Röhrling ist roh giftig.



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Flockenstieliger Hexenröhrling

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