Gallenröhrling (Tylopilus felleus)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Unterklasse: Aussensporer (Hymenomycetidae)
Ordnung: Röhrlinge (Boletales)
Familie: Röhrlinge (Boletaceae)
Gattung: Gallenröhrlinge (Tylopilus)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00057
ungenießbar

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Kurzbeschreibung:
steinpilzähnlicher Röhrling mit hell- oder dunkelgraubraunem Hut, ockerbräunlichem Stiel mit deutlich dunklerem adrigen Netz, blassrosa Röhren und sehr bitterem Fleisch.

Hut:
anfangs halbkugelig, später polsterförmig bis ausgebreitet; hell- bis dunkelgraubraun; feinfilzig, evtl. auch kahl; bei Trockenheit feinfeldrig reißend, trocken matt, feucht leicht schmierig; 5 - 12 (-20)cm breit; Huthaut nicht abziehbar.

Röhren:
zuerst fest, kurz, weiß, eng (einem Steinpilz sehr ähnlich!), dann blass oder grau rosa; an Druckstellen hell weinrötlich bis rostig verfärbend; alt schwammig vorgewölbt; am Stiel eingebuchtet; leicht vom Fleisch lösbar; 1 – 2,5cm lang.

Stiel:
hellbräunlich; bis 15cm lang und 4cm breit; keulig; am Grunde bauchig verdickt; von bräunlichem, groben, mit dem Finger z.T. deutlich fühlbarem Netz überzogen; bei Berührung dunkelbraun verfärbend.

Fleisch:
anfangs fest, später weich oder schwammig; weiß; im Stiel etwas faserig; im Schnitt kaum verfärbend; Geruch angenehm pilzig; Geschmack meist sehr bitter (kann schon durch Lecken an einer Schnittstelle deutlich festgestellt werden.

Sporenpulver:
rosa

Wert:
ungenießbar, weil zu bitter; ein einziger Pilz verdirbt ein ganzes Pilzgericht; Bitterkeit kann nicht durch Erhitzen oder Trocknen beseitigt werden, auch wenn das in einigen Pilzbüchern behauptet wird.

In größeren Mengen giftig – ruft Verdauungsstörungen (Pilzindigestion) hervor.

Symptome:
nach wenigen Minuten bis 24 Stunden Übelkeit, Völlegefühl, Brechreiz, Durchfall. Auch ohne Therapie Genesung nach ca. 2 – 3 Tagen.

Der Pilz ist jedoch so bitter, daß Vergiftungen sehr selten sind. Die Bitterkeit gab dem Pilz auch seinen Namen: felleus leitet sich ab vom lateinischen fel – Galle.

Vorkommen:
Juli – Oktober vor allem im Kiefern- und Fichtenwald, aber auch im Laubwald; besonders auf sauren, seltener auf Kalkböden; in Europa weit verbreitet, vom Flachland bis in die Kammlagen der Mittelgebirge, jedoch in höheren Gebirgslagen fehlend.

Verwechslungsmöglichkeit:
Der Gallenröhrling sieht in allen Wachstumsstadien dem Steinpilz meist sehr ähnlich, jedoch ist der Stiel des Steinpilzes mit einem (im Gegensatz zum Gallenröhrling) nur sehr feinen und weißen Netz überzogen, seine Röhren sind nicht rosa, sondern zunehmend gelb-grünlich. Nur im sehr jungen Zustand sind die Röhren fast weiß und denen des Gallenröhrlings somit sehr ähnlich. Im Zweifelsfall: Kostprobe (lecken oder ganz vorn an der Zungenspitze ein kleines Stück kauen – ohne zu schlucken!



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Gallenröhrling

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