Schönfußröhrling

Schönfußröhrling (Boletus calopus)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Boletales
Familie: Röhrlinge (Boletaceae)
Gattung: Dickröhrlinge (Boletus)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00053

ungenießbar, roh giftig

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Kurzbeschreibung:
auffällig gefärbter Pilz mit graugelblichem oder –bräunlichem Hut, gelbgrünlichen Röhren und kräftig gelb und rot gefärbtem Stiel.

Hut:
zuerst halbkugelig, dann polsterförmig abgeflacht, graugelb oder graubräunlich, auch tonfarben, schwach filzig, lederartig und trocken, mitunter feldrig-rissig, dickfleischig, Rand anfangs eingebogen und scharf, 5 – 15 cm breit (evtl. auch bis 20cm).

Röhren:
zum Stiel hin kürzer werdend, ausgebuchtet angewachsen, schwer ablösbar, 5-15mm lang, anfangs hellgelb, später schmutziggelblich bis grünlich, bei Druck sofort blau werdend, Poren eng und rundlich.

Stiel:
6-10cm hoch, 2-4cm breit, kräftig, zylindrisch oder leicht keulig-knollig, obere Hälfte kräftig gelb, im unteren teil ebenso kräftig rötlich gefärbt, mitunter an der Basis auch dunkelkarminrot oder blutrot, im gelben Teil mit einem gelblichen und feineren, im roten Teil mit einem rötlichen und groberen Netz überzogen, bei älteren Exemplaren kann die Färbung auch verblassen und der Stiel erscheint dann gelblichweiß, bei Druck färbt sich der Stiel bläulich oder schmutzig grün, die Farben verschwinden jedoch allmählich.

Schönfussröhrling

Fleisch:
fest, weißlich bis gelb, derb, im Schnitt und bei Bruch schwach blauend, nach einiger Zeit aber wieder verblassend oder grau werdend, Geruch säuerlich unangenehm, Geschmack anfangs süßlich, dann bitter (unterschiedlich stark).

Sporenpulver:
hellbräunlich.

Wert:
auch nach Abkochen immer noch ungenießbar bitter, roh giftig!

Der Genuß kann zu gastrointestinalen Pilzintoxikationen führen (Pilzvergiftungen, die vor allem den Magen und Dünndarm betreffen), dabei löst die gereizte gastrointestinale Schleimhaut Erbrechen und Durchfälle aus.

Nachweis:
Sporenbestimmungen in Pilzresten, in Erbrochenem und im Stuhl.

Latenzzeit:
½ - bis 3 Stunden

Symptome:
Bauchschmerzen, Koliken, Erbrechen, Durchfälle,

Folgen der Brechdurchfälle sind eine Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts im Blut (Azidose), Wadenkrämpfe, Austrocknung des Körpers als Folge des großen Flüssigkeitsverlustes (Exsikkose), Schock.

Schönfußröhrling - liegend

Vorkommen:
Juni – Oktober im Laub- und Nadelwald, besonders auf sauren und nährstoffarmen Böden, unter Fichten, Tannen und Rotbuchen, im Flachland seltener, häufiger im Mittel- und Hochgebirge (Alpen, Pyrenäen, Karpaten, Balkanhalbinsel), Südschweden, Großbritannien.

Der Pilz gehört eventuell – wie verschiedene andere Arten der Gattung Boletus – zu den Mykorrhizabildnern. Er sollte darum geschont werden.

Verwechslungsmöglichkeiten:
1.: Mit dem recht seltenen Satans – Röhrling (Boletus satanas), der jedoch einen deutlich helleren Hut und einen fast vollständig rot gefärbten Stiel hat und der meist auf Kalkböden wächst.

2.: Mit dem Netzstieligen Hexenröhrling (Boletus luridus), dessen Hut aber dunkler braun gefärbt ist, dessen Röhren an den Mündungen kräftig rot bis rotbraun sind und der bei Bruch oder Schnitt auffallend schnell dunkel grün-blau verfärbt. Der Geschmack des Netzstieligen Hexenröhrlings ist mild, sein Geruch angenehm pilzig. Er ist eßbar.



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