Karbol – Egerling oder Giftegerling

Karbol – Egerling syn. Giftegerling (Agaricus xanthodermus)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Champignonartige (Agaricaceae)
Gattung: Egerlinge (Agaricus)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00051
giftig

► mehr Pilze


Kurzbeschreibung:
zuerst weißer, später in der Mitte blassbräunlicher, bei Druck chromgelb anlaufender Blätterpilz mit rosafarbenen Blättern.

Hut:
anfangs halbkugelig, dann abgestutzt kegelförmig ausgebreitet, Mitte flach, Oberfläche glatt, weiß, zur Mitte hin blassbräunlich, evtl. auch schuppig, schnell kräftig gelb anlaufend bei Reibung oder Druck, Rand mit Velumresten behangen und lange nach unten gebogen, nicht so dickfleischig wie der Anischampignon, 8 –16cm breit.

Blätter:
anfangs blassrosa, dann kräftig rosa und schließlich schokoladenbraun, recht schmal.

Stiel:
weiß, oft glänzend, zylindrisch, schlank, Basis oft knollig verdickt und bei Schnitt schnell und kräftig chromgelb anlaufend (= wichtiges Kennzeichen!), mit häutigem, oft dickem, an der Kante mitunter gelbfleckigem zweispaltigem Ring, 8 – 12cm hoch, 1 – 2cm breit.

Fleisch:
weiß, im Schnitt schnell gelb anlaufend –besonders in der Knolle, der gelbliche Ton verblasst allmählich, erscheint aber bei erneutem Reiben wieder, mitunter kann die Gelbfärbung auch in Purpur übergehen, Geruch unangenehm nach Karbol oder Tinte, besonders widerlich beim Kochen, Geschmack unangenehm.

Sporenpulver:
purpurbraun.

Wert:
ungenießbar und giftig, die gastrointestinal wirkenden Gifte reizen die entsprechenden Schleimhäute und können zu heftigem Erbrechen und Durchfällen führen.

Latenzzeit:
½ Stunde bis 3 Stunden,

Symptome:
Schweißausbrüche, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfälle.

Folgen:
Störung des Säure – Basen – Gleichgewichts im Blut durch Zunahme saurer Stoffwechselprodukte, Wadenkrämpfe, Austrocknung des Körpers durch den hohen Wasser-verlust infolge des Erbrechens und der Durchfälle (Dehydration, Exsikkose).

Vorkommen:
Ende Mai – Oktober, gesellig in Parkanlagen, Gärten, Gebüschen, an Wegrän-dern, seltener auf Wiesen, besonders auf nährstoffreichen und kalkhaltigen Böden, im Flach- und Hügelland.

Verwechslungsmöglichkeiten:
- mit essbaren Anischampignonarten (Agaricus arvensis, Agaricus silvicola, s. Monographie Anischampignon!), die
beide nach Anis riechen, nicht jedoch nach Karbol oder Tinte, und die in der Stielbasis kaum oder gar nicht bei
Schnitt chromgelb anlaufen.

- mit jungen Fruchtkörpern der Knollenblätterpilze, die jedoch immer weiße Blätter haben, deren Stielbasis bei Schnitt
nicht gelblich anläuft und die in einer deutlichen Knolle endet, die von warzenbesetzten Ringen umgeben ist oder die in einer tütenförmigen Hauttasche steckt (s. Monographie Grüner Knollenblätterpilz!) Knollenblätterpilze riechen auch nicht nach Karbol oder Tinte.



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Mit der Nutzung der Website Natur-Lexikon.com stimmen Sie der Nutzung von Cookies und der Bearbeitung der über Sie erhobenen Daten durch Google zu. Weitere Details entnehmen Sie den Informationen zum Datenschutz. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Giftegerling

Natur-Lexikon.com