Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung:
Nichtblätterpilze (Aphyllophorales)
Familie: Seitlingsartige (Polyporaceae)
Gattung:
Seitlinge (Pleurotus)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00034
Speisepilz

► mehr Pilze

Austernseitling

Kurzbeschreibung:
muschelförmiger, dunkelgrauer oder graublauer Blätterpilz mit kurzem, deutlich seitlich angeordnetem Stiel, büschelig im Herbst und Winter an Laubholz wachsend.

Hut:
in Form und Farbe recht variabel – dunkelgrau, dunkelgraubläulich, aschgrau, etwas älter ausblassend heller graubräunlich; muschel-, zungen- oder spatelförmig, deutlich exzentrisch aus Stiel wachsend, Oberseite glatt und trocken stumpf, 5-25cm (mitunter auch bis 30cm) breit, dick – fleischig.

Blätter:
anfangs weißlich, später gelblich, gedrängt, am Stiel herablaufend, unterschiedlich lang, in Stielnähe z.T. queradrig verbunden (> anastomisierend).

Austernseitling Gruppe

Stiel:
weißlich, kurz, dick, mitunter nur angedeutet, deutlich seitlich sitzend, 1-4cm lang, 1-3cm dick, an der Basis oft filzig und mit anderen Pilzen knollig oder ästig verwachsen.

Fleisch:
weiß, anfangs weich und elastisch, später zäh und faserig, Geruch würzig, Geschmack mild, im Alter auch muffig.

Sporenpulver:
leicht lila getönt.

Wert:
jung eßbar und wohlschmeckend, kaum madig, bei älteren Exemplaren ist nur die Randzone des Hutes wirklich gut, ansonsten sind sie zäh, besonders die Stiele. Austernseitlinge können auch als Kulturpilze selbst angebaut werden.

Vorkommen:
Mitte Oktober (nach ersten leichten Frösten) bis Februar an Laubholzstümpfen oder Stämmen von Buche, Erle, Pappel, Weide u.a .sowohl saprophytisch als auch parasitisch (Weißfäuleerreger!), selten an Nadelholz, häufig, vom Flach- bis ins Hügelland.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Die verschiedenen Farben führen z.T. zu unterschiedlich aufgeführten Varianten – so Pleurotus columbinus = taubenblaue Form des Austernseitlings (ebenfalls eßbar und gut). Der Gelbstielige Muschelseitling (Sarcomyxa serotina) wächst zur gleichen Zeit auf dem gleichen Substrat, auch an Nadelholz, ist jedoch kleiner, olivgrünlich und nicht empfehlenswert, weil er bitter schmeckt.

Ergänzung: Sporen des Austernseitlings
Neue Forschungen haben ergeben, daß die Sporen des Austernseitlings, besonders die der Zuchtform (ähnlich übrigens bei Zuchtformen des Stockschwämmchens und des Shiitakepilzes) giftig sind, wobei das Pilzgift bisher unbekannt ist. Die Sporen vor allem der Zuchtform (z.B. Pleutotus ostreatus. var. Florida) sind hochpotente Allergene, die nach intensivem Einatmen (z.B. in Zuchträumen) relativ schnell zu einer allergischen Entzündung der Lungenbläschen führen können (= exogene allergische Alveolitis). Ziel der Austernseitlingszüchtung in der BRD ist es darum, sporenfreie Formen zu züchten.
Symptome:
nach kurzer Zeit (exaktere Zeitangaben sind offensichtlich nicht möglich, vermutlich wegen der unterschiedlichen Kondition der jeweilig Betroffenen) Niesreiz, Bindehautentzündung, Atemnot mit asthmatischen Charakter, auch nach Stunden können sich Husten, Fieber, Schwindel, Thorax- und Muskelschmerzen einstellen.

(s.auch: Roth/Frank/Kormann: Giftpilze Pilzgifte, Nikol Verlag Hamburg)



Alle gezeigten Texte und Bilder unterliegen dem deutschen Urheberrecht. Eine Kopie oder Nutzung ausserhalb des Natur-lexikon.com ist nur nach ausdrücklicher Genehmigung des Autors / Fotografen gestattet. Eine Einbindung der Bilder in fremde Webseiten ist grundsätzlich nicht gestattet. Die gezeigten Inhalte dienen der Weiterbildung.

Austernseitling

Natur-Lexikon.com