Judasohr

Judasohr (Hirneola auricula-judae)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung:
Auriculariales
Familie:
Ohrlappenpilzartige (Auriculariaceae)
Gattung: Judasohr (Hirneola)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00031

essbar

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Kurzbeschreibung:
ohr- bis muschelförmiger, bräunlicher, gallertartiger, ganzjähriger Pilz vor allem an Holunder.

Fruchtkörper:
ohrmuschelförmig oder unregelmäßig schüsselförmig, 3 – 8cm breit, bis 4cm vom Substrat abstehend, außen gelblichbraun, violettgrau oder olivbraunrötlich, flaumig – filzig, Innenseite (Fruchtschicht > Hymenium ) fleischrötlich bis grauviolett, glatt, glänzend, von erhabenen Leisten oder Falten durchzogen, stiellos oder mit sehr kurzem Stiel, zäh, Rand im Alter wellig, trocken graubraun;

Judasohr nah

Fleisch:
anfangs elastisch, gallertartig, knorpelig, trocken zu fester und hornartiger Haut schrumpfend, bei Feuchtigkeit wieder alte Gestalt und Konsistenz annehmend.
Der Pilz scheidet eine gelatinöse Masse aus, die Wasser aufnimmt und speichert, nach Trockenheit quillt sie durch Wasseraufnahme wieder auf. Eingetrocknete und wieder aufgequollene Pilze können z.T. noch Sporen bilden.

Judasohr am Ast

Sporenpulver:
weiß, Sporen farblos.

Vorkommen:
ganzjährig an lebenden Stämmen vor allem des Schwarzen Holunders, seltener an Ulme oder anderen Laubhölzern, verbreitet im Flach- und Hügelland, in Ausbreitung und Zunahme. Der Pilz ist ein Schwächeparasit und Weißfäuleerreger.

Wert:
eßbar, kann als Salat gegessen werden. Obwohl eigentlich fast geschmack- und geruchlos, verleiht die eigenartige Konsistenz dem Salat oder dem Essen eine interessante Note.

In einigen asiatischen Ländern wie Vietnam, Japan und China usw. gehört der Pilz zum täglichen Speiseplan und wird in großen Mengen als industriell erzeugter Kulturpilz auf gedüngtem Holzmehlsubstrat gezüchtet. Japan exportiert große Mengen getrockneter Judasohren in viele Länder. Bei uns sind sie getrocknet in kleinen Abpackungen als „Mu-Err“- Pilze im Supermarkt erhältlich.

In alten Medizinbüchern wird das Judasohr auch als Holunderschwamm bezeichnet und wegen seines stark wasserhaltigen Gewebes als Heilmittel bei Augenentzündungen empfohlen. Davon ist allerdings heute wegen der Infektionsgefahr dringend abzuraten!

Verwechslung:
evtl. mit dem "Gezonten Ohrlappenpilz", der ebenso gallertartig und muschelförmig, aber bunt gezont und äußerlich einem Schichtpilz ähnlich ist.



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Judasohr

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