Perlpilz

Perlpilz (Amanita rubescens)
syn. Rötender Wulstling

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Unterklasse: Außensporer (Hymenomycetidae)
Ordnung: Blätterpilze (Agaricales)
Familie: Wulstlinge (Amanitaceae)
Gattung: Wulstlinge, Streiflinge (Amanita)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00028
Eßbar
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Kurzbeschreibung:
großer braunrötlicher bis schmutzigrötlicher Blätterpilz mit perlenartigen weißrötlichen Pusteln auf dem Hut, deutlicher Manschette (Ring), (wein-)rötlich anlaufendem Fleisch und einer Knolle ohne Hauttasche oder Wulst.

Hut:
fleisch-, braun- oder weinrötlich, auch gelbbräunlich mit grauweißlichen oder rötlichgrauen Pusteln (= Reste des Velum universale, einer den ganzen Pilz im frühen Entwicklungsstadium umgebenden Hülle [ähnlich Eierschalen], die beim Wachsen des Pilzes zerreißt und deren Reste als Pusteln auf dem Hut zurückbleiben), die bei Regen jedoch vollständig abgewaschen werden können, erst halbkugelig, dann flach ausgebreitet,
Hutrand kaum oder gar nicht gerieft, Oberhaut leicht abziehbar, Hutfleisch darunter leicht rötlich, Hut insgesamt sehr fleischig, 6 – 15cm Durchmesser.

Perlpilz Wurzel
Knolle nicht wulstig, sondern in Stiel übergehend, gekerbt oder warzig beringt.

Blätter:
(Lamellen) anfangs weiß, dann zunehmend rötlich-fleckig, breit, weich, eng stehend, am Stiel angeheftet.

Stiel:
weißlich bis hell fleischrötlich, auch weinrötlich, besonders an Druckstellen oder Verletzungen, bei Trockenheit deutlich quergebändert oder genattert, Stielbasis und Knolle stärker rötlich gefärbt, bis 16cm hoch und 3cm dick, nach oben verjüngt, anfangs voll, später ausgestopft – schwammig, Stiel unter dem Hut bis zur Manschette gerieft, Manschette (Ring) deutlich gerieft, weiß, rockartig herabhängend, Unterseite leicht rötlich, Stiel unter der Manschette rötlicher, kleinschuppig oder faserig – flockig.

Perlpilz nah

Knolle:
nicht aus häutiger Tasche wachsend (wie z.B. der Grüne Knollenblätterpilz) und auch nicht wulstig, sondern in Stiel übergehend, mit warzenartigen Ringen oder Kerben versehen, rübenförmig, recht groß und fest (bis 4cm), mitunter aber auch recht klein, kräftig weinrötlich.

Fleisch:
weiß bis zart – rötlich, zart, an Druck- oder Schnittstellen und Madenfraßgängen weinrötlich verfärbend (Madenbefall ist durch gut zu erkennen!).

Sporen:
farblos, Sporenpulver weiß.

Perlpilz Laub
Stiel unter dem Hut und Manschette sind deutlich gerieft

Wert:
eßbar und gut, roh jedoch giftig, das Gift wird aber beim Erhitzen völlig zerstört.

Vorsicht:
Der Pilz ist leicht verderblich und kann dann Verdauungsstörungen hervorrufen. Bei Trockenheit sind solche verdorbenen Exemplare nicht leicht zu erkennen.

Vorkommen:
Juni – Anfang November im Laub- und Nadelwald, auf Sand-, Kalk und Lehmböden, nicht jedoch in Mooren, häufig und gesellig, vom Flachland bis in die Kammlagen der Mittelgebirge.

Perlpilz

Verwechslungsmöglichkeiten:
Vor allem mit dem sehr giftigen Pantherpilz (Amanita pantherina), der zur gleichen Zeit an gleichen Standorten wachsen kann. Nur die genaue Kenntnis der wesentlichen Merkmale hilft, beide Pilze recht sicher zu unterscheiden!

Perlpilz Pantherpilz
Hutrand wenig o. gar nicht gerieft deutlich gerieft
Manschette deutlich gerieft ungerieft, glatt
Lamellen erst weiß, dann rötlich gefleckt weiß
Knolle nicht wusltig, in Stiel übergehend
gekerbt oder warzig beringt
deutlich wulstiger Rand, Stiel
wächst aus Knolle, + oder – glatt
Fleisch bei Druck, Verletzungen oder
Madenfraß rötlich verfärbend
weiß


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