Stinkmorchel

Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus)

Klasse: Ständerpilze (Basidiomycetes)
Ordnung:
Phallales
Familie:
Stinkmorchelartige (Phallaceae)

Autor: Frank Moser
Mail: fr-moser@t-online.de
Website: Frank-Moser.de

Dokument: FM 00015
Im Eistadium eßbar, dann ungenießbar

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Kurzbeschreibung:
recht großer Pilz mit einem weißen, brüchigen, porösen, aus einem Hexenei wachsenden Stiel und einem anfänglich von einer grünen und abstoßend riechenden Masse überzogenen Hut, der später nach Verschwinden dieser Masse weißlich und wabenartig gefeldert wird.

Fruchtköper:
wächst aus einem sogenannten „Hexenei“ – einem zuerst fast vollständig in der Erde steckenden, dann allmählich immer mehr hervortretenden weißlichen oder hellockerfarbenen ei- bis kugelförmigen Gebilde, welches durch einen derben wurzelartigen Strang mit dem Myzel verbunden ist. Mit zunehmender Reife platzt die äußere Hülle des Eies an der Spitze auf und innerhalb weniger Stunden entsteht aus dem Ei herauswachsend ein hoher Fruchtkörper , bestehend aus Stiel und glockenförmigem Hut.

gemeine Stinkmorchel

Stiel:
weiß, spindelförmig, 10 - 20cm hoch, 2-4cm breit, löchrig-zellig oder porös-schwammig, nach oben verjüngt, mit der Stielbasis in der scheidenartigen, wulstigen Eischale sitzend. Die Streckung des Stiel geschieht mitunter sehr schnell und kann angeblich sogar beobachtet werden - 0,5 - 2mm pro Minute!

Hut:
sitzt auf dem Scheitel des Stiels, etwa 3cm hoch, fingerhutförmig, nur an der Spitze mit dem Stiel verbunden, ansonsten frei und wie eine Glocken herabhängend. Außen ist er mit einer schleimigen dunkelolivgrünen Sporenmasse (Gleba) überzogen, die am Anfang recht fest und dickbreiig ist und wenig riecht, später dünnflüssiger wird, herab tropft und stark süßlich oder aasähnlich riecht und viele Fliegen anlockt, welche die Sporen verbreiten helfen.. Der Geruch ist schon viele Meter vom Pilz deutlich wahrnehmbar. Zurück bleibt schließlich ein weißliches, löchriges und grubiges Gebilde.

Wert:
Nicht giftig, aber nur als Hexenei eßbar. Die Hexeneier können ohne Haut gekocht und dann in Scheiben geschnitten wie Bratkartoffeln zubereitet werden.

Vorkommen:
Juni-September , besonders im Hochsommer, im Laub- und Nadelwald, in Gärten, Anlagen, auf Kalk- und Silikatböden, auch an moorigen Stellen, nicht aber auf Torf, einzeln oder gesellig, vom Flachland bis in die Kammlagen der Mittelgebirge sehr häufig, nicht jedoch im Hochgebirge über 1000m.

Verwechslungsmöglichkeiten:
Aufgrund der Form, Farbe und des Geruchs ist eine Verwechslung normaler weise kaum möglich. In sehr seltenen Fällen kann man sie jedoch mit einer „Schleierdame“ verwechseln. Das ist eine Variante der Stinkmorchel, der unter dem Hut ein netzartiger „Reifrock“ herauswächst. Die Schleierdame gehört zu den tropisch – subtropischen Pilzblumen und ist in unseren Breiten nur eingeschleppt, nicht jedoch heimisch und darum äußerst selten.

(Grundlage: Michael/Henning/Kreisel: Handbuch für Pilzfreunde, Bd.II)



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